Aug16
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Groß sein auf kleinem Raum…

Das letzte Ziel unserer Reise ist erreicht! Wir sind in Hong Kong! Wow! Vom Flughafen ging es mit dem Airport Express Zug in die Innenstadt. Diese ist quasi zweigeteilt und besteht aus der eigentlichen Innenstadt im Süden und Kowloon im Norden. Getrennt sind beide Teile durch den „Victoria Harbour“, einer schmalen Meerenge. Und in dieser nördlichen Innenstadt sollte unsere Unterkunft für die 5 Tage hier sein.

So hielt der Zug irgendwann in der Kowloon Station, von wo aus wir dann einen kostenlosen Shutte-Bus in die Nähe unseres Hotels bekommen sollten… Und so kamen wir auch gleich um die Ecke von unserem Hotel an. Doch das Problem war nun trotzdem: Wo ist das Hotel? Ich versuchte auf Google Maps unsere Position herauszufinden, während wir die Straße entlang gingen. Neben uns schon der erste Teenager mit den Augen ins Smartphone vertieft, auf der Suche nach neuen Pokémon. Und dann kam die Menschenmasse. Haufenweise Chinesen und etliche Inder, die alle anfingen, uns zu bequatschen und uns etwas verkaufen wollten.

Dann standen wir plötzlich vor einem riesigen Hochhaus mit der Aufschrift „Chungking Mansions“. Von unserer Unterkunft, dem glamourösen „Crystal Hostel“ jedoch noch keine Spur. Wie sich herausstellte, besteht das ganze Hochhaus im Grunde aus vielen kleinen Hotels bzw. Hostels, die eigentlich nur umgebaute Wohnungen mit kleiner Rezeption und ein paar Zimmern waren. Wir wussten zwar, dass wir keine noble Sterneunterkunft gebucht hatten, aber ganz so hatten wir uns das nicht vorgestellt und dachten, das ganze sei eine größere Art Jugendherberge. Mit unseren Rucksäcken bepackt kämpften wir uns also durch die Gänge des Gebäudes, zu beiden Seiten Stände mit zweifelhaft aussehenden Lebensmitteln, Smartphones, anderen Elektronikartikeln und natürlich einer riesigen Auswahl an SIM-Karten. Irgendwann hatten wir das Prinzip dann auch verstanden und fanden heraus, dass das Hochhaus im Grunde fünf Hochhäuser in einem sind, bestehend aus den Blöcken A bis E. Und in jedem dieser Blöcke fahren zwei Aufzüge hoch bis in den 16. Stock — einer nur die ungeraden Stockwerke, der andere zu den geraden Etagen. So warteten wir im richtigen Block auf den Aufzug, der uns in die elfte Etage zum Crystal Hostel bringen sollte. Dort standen wir vor verschlossenen Türen und lasen, dass wir zur Rezeption im 3. Stock mussten… Fuck! So rannte ich die Treppen runter, nur um unten zu erfahren, dass jetzt oben offen ist. Wie ich dann feststellen musste, ist acht Stockwerke herunter zu laufen deutlich leichter als sie hinterher wieder hoch zu laufen.

Letztendlich bekamen wir unser Zimmer! Dieses bestand im Grunde nur aus einem Bett und dem Bad. Ganze sieben Quadratmeter! Klasse! Die Dusche im knapp über 1 m2 großen Bad bestand dabei aus einem Duschkopf, den man direkt neben Toilette und dem Waschbecken nutzt, sowie einem Abfluss im Boden. Praktischer Nebeneffekt: Man putzt beim Duschen immer gleich den Toilettendeckel… :D

Kleines Zimmer, das quasi nur aus Bett besteht. Aber was braucht man mehr? :D
Kleines Zimmer, das quasi nur aus Bett besteht. Aber was braucht man mehr? :D
Dusche und Toilette in einem
Dusche und Toilette in einem

Und unser Zimmer scheint noch eines der größeren zu sein, denn andere sind insgesamt nur etwa 5 mgroß. Aber es ist ja an sich ausreichend. Deutlich günstiger als teure Hotels, schlafen kann man bequem und die Lage ist auch super. Erstaunlich ist dann ja auch, dass ja viele Menschen hier ständig auf ähnlich kleinem Raum leben, auch mit Familie. Da geht es uns in Deutschland wirklich gut!

Unser Hochhaus von außen inklusive Menschen
Unser Hochhaus von außen inklusive Menschen

Gut, von dem Essen, welches unten angeboten wird, will man nichts essen, denn die Töpfe mit Reis, Curry und Hähnchenschenkeln liegen dort nun schon seit unserer Ankunft rum. Ab und zu scheint dort wer etwas zu essen, dennoch wartet der Teller Hähnchen dort schon einige Tage bei 30 Grad Celsius darauf, gegessen zu werden. So etwas wollen wir unserem ohnehin schon angespannten Verdauungssystem nicht noch zumuten. Aber zum Glück gibt es ja den Retter in der Not: McDonalds!

Frühstück
Frühstück

Wir wüssten ehrlich gesagt auch nicht, was und wo wir sonst zum Frühstück essen sollen, denn den Tag schon mit Instant Nudeln zu beginnen wie viele der Einheimischen klingt für uns wenig appetitlich. Aber beim guten alten Mecces findet man zum Glück ja immer was!

Der zweite Tag führte uns runter zum Victoria Harbour, wo wir die Skyline der Stadt bewundern konnten. Schon erstaunlich, wie viele Hochhäuser es hier gibt. In der Nähe konnten wir dann den „Garden of Stars“ sehen, einem Hollywood-Pendant, wo sich viele Stars und Sternchen mit Handabdruck verewigt haben. Die meisten kannten wir nicht, doch Bruce Lee und Jackie Chan sind auch jedem Europäer sicher ein Begriff… :)

Skyline
Skyline
Blick auf die Stadt
Blick auf die Stadt
Bruce Lee
Bruce Lee
Ise hat Schwein gehabt...
Ise hat Schwein gehabt…
Kleinere Hände als Jackie Chan
Kleinere Hände als Jackie Chan

Abends gingen wir auch noch im Kowloon Park spazieren und schlenderten nachts wieder zum Victoria Harbour, um die Stadt bei Nacht zu sehen und eine mit Musik begleitete Lichtershow zu sehen. Die war dann aber irgendwie schon recht enttäuschend, denn es war einfach nur die Beleuchtung der Hochhäuser wie an jedem Tag, nur eben etwas zur Musik angepasst… aber trotzdem mal schön zu sehen.

Stadt bei Nacht
Stadt bei Nacht
Hier gibt es sogar schon Hefte für Pokémon Go zu kaufen! :D
Hier gibt es sogar schon Hefte für Pokémon Go zu kaufen! :D

Am dritten Tag wollten wir uns in die Innenstadt stürzen. Nachdem wir das U-Bahn Netz verstanden hatten und unsere ersten Tickets gekauft hatten, ging es auch schon die zwei Stationen bis ins Zentrum von Hong Kong, einmal unter der Meerenge drunter durch. Sich dann in der Stadt zu orientieren war anfangs auch kein Zuckerschlecken, da die Häuser oft durch Gänge verbunden sind und man sich auch schonmal im Gewirr der Häuser und Verbindungen verlieren kann. Irgendwann hatten wir aber den Park erreicht und konnten dort etwas herum schlendern und entspannen, zumindest soweit es uns bei den ca. 30 Grad Celsius inklusive hoher Luftfeuchtigkeit möglich ist. Wir sind eigentlich ständig am schwitzen und müssen viel trinken. Dennoch ist es sehr schön!

U-Bahn fahren
U-Bahn fahren
Happy Ise
Happy Ise

Gleich in der Nähe war dann auch die Station der „Peak Tram“, einer Kettenbahn, die zum Gipfel des Berges der Stadt fährt. Allerdings wollte scheinbar jeder in Hong Kong dort hoch, sodass wir etwa eine Stunde warten mussten, bis wir endlich in der Bahn saßen und die etwa 1000 Höhenmeter überbrückten. Oben wurden wir allerdings mit einer tollen Aussicht belohnt und konnten die ganze Stadt sehen. Nice! Durch das ganze Gucken hatten wir aber wieder Hunger, und da es gerade mal da war, ging es wie schon in Bali hier wieder zu einem Bubba Gump Restaurant, denn wir hatten einfach Hunger auf Shrimps!

Hier war warten angesagt...
Hier war warten angesagt…
Doch irgendwann hatten wir unsere Tickets
Doch irgendwann hatten wir unsere Tickets
Fahrt in der Tram
Fahrt in der Tram
Von oben sah die Stadt echt atemberaubend aus
Von oben sah die Stadt echt atemberaubend aus
Gemeinsam ganz oben
Gemeinsam ganz oben
Belohnungsessen
Belohnungsessen

Für den vierten Tag hatten wir den Besuch von zwei Tempeln geplant. Dazu ging es wieder in die U-Bahn. Es ist einfach erstaunlich, wie viele Leute hier rum laufen. Noch erstaunlicher ist der Anteil der Menschen, die dabei ständig das Smartphone vor dem Gesicht haben. Ich dachte schon, in Deutschland würde in der Straßenbahn jeder am Handy sitzen, aber hier hat es noch ganz andere Ausmaße. Wir sehen jeden Tag unzählige Leute, die unterwegs Pokémon Go spielen, und ja, ich habe es hier auch selbst schon ein paar mal gespielt… :D Aber es ist hier alles irgendwie einen Tuck extremer als wir es bisher kennen. Eine interessante Kultur. Und ich bin zwar mit meinen knapp 1,80m nicht der Größte, doch hier kann ich immer bequem über die meisten Leute drüber blicken. Schade, dass wir hier zu keinem Konzert gehen, denn hier könnte ich ausnahmsweise immer gut gucken.

Eingang zum Tempel
Eingang zum Tempel
Einmal vollräuchern bitte
Einmal vollräuchern bitte
Sah echt toll aus
Sah echt toll aus
Klassische Touristenpose
Klassische Touristenpose
Echt gemütlich dort
Echt gemütlich dort
Zum Mittagessen erstmal ein Stück Kuchen
Zum Mittagessen erstmal ein Stück Kuchen
Und noch ein schöner Tempel
Und noch ein schöner Tempel
Mit süßen Baumchen davor
Mit süßen Baumchen davor
Ein schöner Gartenpark mit Hochhäusern im Hintergrund
Ein schöner Gartenpark mit Hochhäusern im Hintergrund
Goldener kleiner Tempel
Goldener kleiner Tempel
Mit schönem Teich
Mit schönem Teich
Leben auf 40+ Stockwerken...
Leben auf 40+ Stockwerken…

Insgesamt gefällt uns Hong Kong schon sehr. Es ist deutlich anders als in Europa oder Neuseeland, aber wir fühlen uns hier schon wohler und sicherer als auf Fiji oder Bali. Man wird zwar auch hier oft von (zumeist indischen) Verkäufern angesprochen, die uns für nur gut 100€ eine Rolex, maßgeschneiderte Anzüge oder Edelhandtaschen von „Lois Vitton“ oder „Kalvin Clein“ anbieten. Aber dennoch kann man sich freier und sicherer bewegen als durch die Städte Balis. Man ist persönlich einfach weniger gestresst, denn trotz der vielen Menschen gibt es eine gewisse Ordnung und System, anders als wir es in Bali und Fiji kennengelernt hatten. Aber vielleicht ist das auch nur Gewöhnungssache.

Und nun ist der Spaß auch fast vorbei! Der letzte Tag führte uns schon am Vormittag zum Flughafen, wo wir unsere Rucksäcke im Check-In Schalter abgaben. Danach nahmen wir noch zwei Busse, um nach Ngong Ping zu kommen. Dort gibt es nämlich eine riesige Buddha-Statue und ein Kloster. Allerdings muss man zu der Statue auch etliche Stufen erklimmen, aber wir waren durch die Wanderungen in unserem Jahr schon ganz gut vorbereitet.

Big Buddha
Big Buddha
Da mussten wir hoch...
Da mussten wir hoch…
Die ganzen Stufen hochgelaufen
Die ganzen Stufen hochgelaufen
Statuen und Kloster
Statuen und Kloster
Ausblick von oben
Ausblick von oben
Schöner Klostertempel
Schöner Klostertempel
Aufwendig verziert
Aufwendig verziert
Halle der 10000 Buddhas
Halle der 10000 Buddhas
Vom Dorf aus gesehen...
Vom Dorf aus gesehen…

Auf jeden Fall war dies ein schöner Abschluss unseres Jahres! Denn nun sitzen wir am Flughafen und warten auf die Heimkehr. Ein merkwürdiges Gefühl, jetzt nach Hause zu fahren, aber auch ein Gutes. Denn wir sind froh, alle wieder zu sehen! Und es werden ja sicher noch einige Abenteuer folgen… ;)

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