Aug15
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Pullerpause und Polizeibesuch

Da wir ja schon einmal auf den Gili-Inseln waren, lag es natürlich nahe, gleich noch nach Lombok zu fahren. Wieso auch nicht…

So fuhren wir am Vormittag unseres letzten Tages dann mit einer kleinen Fähre von Gili T rüber aufs Festland, wo schon unzählige Taxis wieder darauf warteten, die Touristen zu ihren Hotels zu bringen. So verhandelten auch wir einen Preis aus und sprangen in eines der Taxis. Die großen Rucksäcke in den Kofferraum, die Kleinen auf die Rückbank zu uns.

Unser Taxifahrer war auch sehr nett und meinte, wir können an verschiedenen Spots entlang des Weges anhalten und Fotos schießen. Das taten wir auch und ich ließ Ise aussteigen und ein paar Fotos machen, wollte aus Sicherheitsgründen aber auch selbst im Wagen bleiben. Als der Taxifahrer dann aber auch ausgestiegen war, ging ich auch mal mit ihm, um mir alles anzusehen.

Bei unserem zweiten Stop schickte ich Ise wieder los zum Fotos machen. Währenddessen wollte der Taxifahrer eine kleine Pullerpause am Wegesrand machen und bat mich, auszusteigen, sodass er neben der geöffneten Autotür heimlich pinkeln konnte. Mir war die Sache zwar etwas unangenehm, aber was soll man machen. Jeder muss ja mal… So wartete ich mit Ise, die mittlerweile zurück war, einen Moment hinter dem Auto, während der Taxifahrer daneben stand und pinkelte. Als das Geschäft erledigt war, ging es einfach weiter. Unser Taxifahrer hat uns auch gleich noch ein Angebot für Transport und Boot zurück nach Bali gemacht, welches wir aufgrund des guten Preises auch angenommen haben. Als unser Fahrer dann nachdem wir am Hotel angekommen waren, schon für das ausgestellte Ticket bezahlt werden wollte, weigerten wir uns natürlich, denn wir wollten ihm natürlich nicht vorher das Geld geben. Nach langem hin und her mussten wir ihm dann jedoch die Hälfte vorher anzahlen, war wir mit 200000 Rupien auch machten. Das waren ja nur so etwa 13 Euro.

Im Hotel dauerte es dann auch eine Weile, ein Zimmer zu bekommen, denn die Räume waren noch nicht fertig und der Raum, in den wir sollten, war noch besetzt mit einer Gruppe Franzosen, die meinten, vom Personal bestohlen worden zu sein und deshalb das Hotel nicht verlassen wollten.

Erstmal Mittag essen... Hähnchen süß-sauer... war am Ende aber fast nur Knochen... naja... :D
Erstmal Mittag essen… Hähnchen süß-sauer… war am Ende aber fast nur Knochen… naja… :D
Unser Roller auf Lombok
Unser Roller auf Lombok

Nachdem wir dann ein Hotelzimmer hatten, ging es erstmal essen und uns einen Roller ausleihen, denn wir wollten ja während der zwei Tage auf Lombok auch irgendwie mobil sein und unser anderer Roller war ja noch in Padang Bai geparkt. Als wir dann zurück kamen, stand die Polizei vor dem Hotel und nahm gerade die Aussage der Franzosen entgegen. Wie sich nun herausstellte, war wohl nicht das Personal für den Diebstahl verantwortlich, sondern der Taxifahrer, der uns gefahren hat. Dieser war nämlich nachdem er uns abgeliefert hat, noch zu den Franzosen gegangen und wollte ihnen seine Dienste anbieten, aber sie lehnten ab. Und dann sah der Taxifahrer eine offene Tür während einer derFranzosen unter der Dusche war und seine Freunde sich im Zimmer nebenan stritten. Perfekt, keiner guckt, also hat er aus einer Laptophülle umgerechnet 500-600 Euro geklaut.

Die Polizei ist da...
Die Polizei ist da…

Wir dachten erst noch, das sei gar nicht möglich, denn der Typ war eigentlich so nett. In dem Moment fiel mir aber auch wieder seine Pullerpause ein und kam mir verdächtig vor. Und so schauten wir im Zimmer mal in Ises Handtasche. Und wie sich herausstellte, hat er auch bei uns zugeschlagen! Glücklicherweise lange nicht so schlimm wie bei den Franzosen, da ich alle Kreditkarten und das Geld im Portemonnaie in der Hose trug und in Ises Brieftasche nur 30 Euro in Scheinen lagen, unser Restgeld aus Deutschland und geplantes Dönergeld nach unserer Rückkehr. Da es vorher auf alle Fälle noch da war, kann es nur während der Taxifahrt geklaut worden sein.

Und da ist es mir dann wie Schuppen von den Augen gefallen: Der Fahrer muss in einem geschickten Moment schnell Ises Handtasche vom Rücksitz gegriffen haben und während er sein kleines Geschäft verrichtete, schnell das Geld stibitzt haben. Das ganze muss wirklich schnell und unauffällig passiert sein, denn ich habe ja auch aus den Augenwinkeln leicht darauf geachtet, dass er auch ja da neben dem Auto stehen bleibt und sich nicht rein zu unseren Taschen beugt… aber er hat es geschafft. Zeigt nur, dass er wohl wirklich ein Profi war…

So meldeten wir das auch der Polizei, die dann kurz darauf auch herausgefunden hat, dass das „Ticket“, welches er uns verkauft hat, gefälscht ist und die Firma darauf nicht existiert und auch die Telefonnummer nur eine Fälschung ist. Wir waren wohl wirklich an einen Dieb und Betrüger geraten!

Wir verbrachten dann auch einige Zeit auf dem Polizeirevier, wo wir genau wie die Franzosen das Ganze offiziell anzeigen mussten. Ise hatte zum Glück auch Fotos vom Fahrer und vom Kennzeichen gemacht. Wie sich herausstellte, war der Fahrer auch polizeibekannt. Und für einen Diebstahl in dieser Größenordnung (speziell das gestohlene Geld der Franzosen) stünde für den Fahrer eine Gefängnisstrafe von 1-2 Jahren auf dem Tagesplan, wenn er das Geld nicht zurück geben kann. Den wenn sie ihn finden, hat er die Wahl das Geld an uns und den Franzosen zurück zu geben oder die Jahre ins Gefängnis zu gehen. Das nennt man dann wohl Gerechtigkeit! ;) Natürlich hatte sich dieser sofort irgendwo hin abgesetzt und ist erstmal untergetaucht, sodass die Polizei auch in den kommenden Tagen nichts herausfand.

Betende im Tempel
Betende im Tempel
Opfergaben
Opfergaben
Der Tempel war offensichtlich ein guter Platz zum Angeln
Der Tempel war offensichtlich ein guter Platz zum Angeln

Für uns blieb natürlich nur der Schluss, mit der Sache abzuschließen, es als Lehrgeld zu verbuchen und daraus zu lernen, noch vorsichtiger zu sein. Unsere Verluste hielten sich ja noch in Grenzen und hätten deutlich schlimmer aussehen können. Aber wir machten uns wenigstens noch eine schöne kurze Zeit auf Lombok, fuhren nach Mataram, gingen shoppen und essen und entspannten einfach nur. Im Nachhinein hätten wir aber auch einfach länger auf Gili oder Bali bleiben können.

Ein schöner Strand am Abend
Ein schöner Strand in Senggigi am Abend

Um zurück nach Bali zu kommen mussten wir uns natürlich nun um ein anderes Ticket kümmern, was dann auch irgendwie geklappt hat. Dort stand unser Roller auch noch da! Puh! So fuhr ich ihn zurück nach Denpasar, während Ise und unsere Rucksäcke mit dem kostenlosen Transfershuttle der Bootsfirma fuhr. So war es etwas entspannter als wenn wir wieder alles auf dem Roller hätten verstauen müssen.

Rückfahrt im "Shuttlebus"
Rückfahrt im „Shuttlebus“

Und so endete auch schon unsere Zeit in Bali! Am nächsten Morgen brachte ich den Roller zurück, fuhr mit Ise im Taxi zum Flughafen, aßen noch einmal etwas und waren dann auch schon im Flieger zum letzten Ziel unserer großen Reise: Hong Kong!

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