Dies ist das Archiv - Monat: Dezember 2015

Viel Spaß beim Stöbern!

Dez27
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Neuseeland mal ein wenig schneller — mit Weihnachten am Strand

Wie der geneigte Leser bereits mitbekommen hat, erwarteten wir über die Weihnachtszeit Besuch aus der Heimat. Und zwar hat sich meine Familie entschieden, die Chance zu nutzen und einmal nach Neuseeland zu fliegen, während dort auch jemand ist, der sich ein wenig auskennt und sie herumführen kann. Geplant war dann, gemeinsam für ein paar Tage die Südinsel zu bereisen und ein paar tolle Spots zu besuchen.

Der Start verlief allerdings etwas holprig, denn aufgrund einer Verzögerung im Flugverkehr konnten wir die Reisenden nicht am Abend in Christchurch abholen, sondern erst spät in der Nacht. Aber so ist das manchmal. Und es sollte ja trotzdem am nächsten Morgen früh weiter gehen.

Passend zu unserem Moby gabs einen weißen Mietwagen...
Passend zu unserem Moby gabs einen weißen Mietwagen…
Freude pur bei bestem Wetter an den Moeraki Boulders
Freude pur bei bestem Wetter an den Moeraki Boulders
Ise musste natürlich gleich wieder reinfallen... :D
Ise musste natürlich gleich wieder reinfallen… :D
Und Sicherheitsabstand hat sie auch wieder nicht eingehalten :P
Und Sicherheitsabstand hat sie auch wieder nicht eingehalten :P

Nachdem am nächsten Morgen der Mietwagen abgeholt war, ging es los in Richtung Dunedin. Zwischendurch gab es auch ein paar tolle Zwischenstopps, gemeinsames Geocaching, leckeren Kaffee, Pinguine, Robben und einen Leuchtturm, bis wir letztendlich in Dunedin waren. Dort stand am nächsten Morgen noch ein Besuch in der „Cadbury World“, einer Schokoladenfabrik an. Und als kleine sportliche Aktivität des Tages ging es noch zu Fuß hoch auf die „Baldwin Street“, die steilste bewohnte Straße der Welt, mit über 35% Steigung. Und von oben gab es gleich noch eine tolle Aussicht.

Das wohl schönste Bahnhofsgebäude der Welt — in Dunedin
Das wohl schönste Bahnhofsgebäude der Welt — in Dunedin
Charlie Wir in der Schokoladenfabrik
Charlie Wir in der Schokoladenfabrik
Baldwin Street — sieht echt steil aus...
Baldwin Street — sieht echt steil aus…
Optische Täuschung gefällig?
Optische Täuschung gefällig?

Zum Glück verließen wir dann aber auch schon wieder Dunedin in Richtung Te Anau, denn wie sich herausstellte, war der Tag an dem wir dort waren, mit 34 Grad Celsius der heißeste seit über 20 Jahren. Als wir abfuhren, war es mit „nur“ 30 Grad ja wenigstens noch etwas erträglich.

Ein Ziel, dass wohl jeder Neuseeland-Reisende gesehen haben sollte, stand dann am nächsten Tag an: Milford Sound. Das ist ein wunderschöner Fjord im Südwesten Neuseelands, mitten im großen Nationalpark mit Regenwald und viel schöner Natur. Das Fjord erkundet man dann am Besten mit einer Bootstour, wo man sich einfach zurücklehnen kann und die Aussicht genießen kann.

Schon auf dem Weg zum Milford Sound war es wundervoll
Schon auf dem Weg zum Milford Sound war es wundervoll
Ise hat sich gleich mit einem Kea, dem größten Papagei Neuseelands, angefreundet... Der kleine Frechdachs wollte aber ständig auf unser Auto und dort ein wenig am Dichtungsgummi knabbern...
Ise hat sich gleich mit einem Kea, dem größten Papagei Neuseelands, angefreundet… Der kleine Frechdachs wollte aber ständig auf unser Auto und dort ein wenig am Dichtungsgummi knabbern…
Und der Ausblick vom Hafen war einfach umwerfend!
Und der Ausblick vom Hafen war einfach umwerfend!
Und vom Wasser aus war es nicht weniger schön
Und vom Wasser aus war es nicht weniger schön
Sonne (und Wind) tanken
Sonne (und Wind) tanken
Oder gleich ein wenig kuscheln :)
Oder gleich ein wenig kuscheln :)
Die Seelöwen lagen auch nur faul herum
Die Seelöwen lagen auch nur faul herum
Partnerlook am "Mirror Lake"
Partnerlook am „Mirror Lake“

Doch auch kulinarisch wollten wir auf unsere Kosten kommen, was dann in Queenstown angesagt war. Dort standen wir nämlich am Abend mehr als eine Stunde bei „Fergburger“, einem Burgerladen in der Innenstadt, an. OK, eigentlich nur Tobias und ich, denn Ise war mit meinen Eltern fleißig shoppen. Doch das Warten hat sich gelohnt, so kamen wir Kerle am Ende jeweils in den Genuss eines „Big Al“, dem größten Burger im Sortiment, mit zwei dicken Scheiben Fleisch, haufenweise Käse, Bacon, zwei Spiegeleiern, roter Beete, Salat und Tomate. Da wird man schon vom Lesen satt :D Aber auch die Mädels ließen sich einen leckeren, großen Burger schmecken.

Lange Schlange am Burgerladen
Lange Schlange am Burgerladen
Burgertastisch lecker!
Burgertastisch lecker!

Auch der folgende Tag war dann vom Reisen geprägt, denn es ging von Queenstown zurück bis nach Christchurch. Das war eine ziemlich lange Autofahrt (knapp 500 km), aber sie wurde unterbrochen von einigen der schönsten Orte des Landes. So ging es beispielsweise zum Lake Pukaki, dem wohl türkisblausten See, den wir je gesehen haben, direkt vor dem schneebedeckten Mount Cook, dem höchsten Berg des Landes. Dort hat damals übrigens auch Sir Edmund Hillary, der wohl berühmteste Kiwi, für seine Besteigung des Mount Everest trainiert. Des Weiteren ging es auch noch einmal am Lake Tekapo vorbei, der auch wieder wunderschön war. Dieses mal auch von oben, denn gemeinsam fuhren wir hinauf zum Mount John Observatorium. Nachts kann man in der Gegend übrigens wunderbar die Sterne sehen, denn die gesamte Region ist ein „Dark Sky Reserve“, quasi ein „Lichtschutzgebiet“, ohne Laternen und andere störende Nachtbeleuchtung.

Allerdings waren wir froh, vorher schon einmal da gewesen zu sein, denn die Lupinen rund um den See waren nun schon zu einem Großteil verblüht.

Beautiful Lake Pukaki
Beautiful Lake Pukaki
Mit dem Aoraki/Mount Cook im Hintergrund
Mit dem Aoraki/Mount Cook im Hintergrund
Lake Tekapo von oben
Lake Tekapo von oben

Den Heiligabend wollten wir dann rings um Christchurch verbringen, wo wir ein schickes Apartment direkt am Strand bewohnten. So ging es am Heiligabend dann nach Akaroa, einem kleinen Örtchen auf der „Banks Peninsula“, einer Halbinsel direkt bei Christchurch. Dort stiegen wir an Bord der „Into The Blue“, einem Boot, welches uns zu Delfinen, Robben und Pinguinen führen sollte. Und der Weihnachtsmann brachte uns schon ein erstes Geschenk, denn wir sahen sehr viele Delfine! Zuerst eine Mutter mit Kalb und dann etliche weitere, die direkt zum Boot kamen und vor unserem Bug schwammen und sogar einige Sprünge versuchten. Ein herrlicher Anblick. Luise war völlig aus dem Häuschen und hat die ganze Zeit von einem Ohr zum anderen gestrahlt. Auch einige Seerobben und sogar 1-2 Pinguine gab es zu bestaunen. So feiert man gern Weihnachten!

Eis essen am Heiligabend — eine neue Tradition? :D
Eis essen am Heiligabend — eine neue Tradition? :D
Oder gleich mit Bier in der Sonne liegen...
Oder gleich mit Bier in der Sonne liegen…
Mama- und Baby-Delfin
Mama- und Baby-Delfin
Und dann kamen immer mehr...
Und dann kamen immer mehr…
... die dann sogar anfingen zu springen
… die dann sogar anfingen zu springen
Boot fahren in Neuseeland
Boot fahren in Neuseeland
Foto unter dem neuseeländischen Weihnachtsbaum "Pohutakawa", welcher zur Weihnachtszeit blüht
Foto unter dem neuseeländischen Weihnachtsbaum „Pohutakawa“, welcher zur Weihnachtszeit blüht

Der 1, Weihnachtsfeiertag stand dann ganz im Zeichen der Entspannung. So ging es erst noch mit dem Auto nach Kaikoura und dort direkt an den Strand. Das Wetter lud nämlich mit perfektem Sonnenschein dazu ein. Für Ise gabs dann auch gleich noch eine Kokosnuss, als Kontrastprogramm zu Glühwein oder heißer Schokolade, wie normalerweise üblich in Deutschland.

Weihnachten mit Kokosnuss wird vorbereitet...
Weihnachten mit Kokosnuss wird vorbereitet…
... und ausgeführt!
… und ausgeführt!

Und dann war aber auch leider schon der letzte Tag unseres kleinen Trips erreicht. Doch nicht, ohne vorher noch einmal auf ein Boot zu steigen. Dieses mal gings allerdings in Kaikoura auf eine Whale Watching Tour. So führte uns unser Kapitän zuerst an zwei große „Sperm Whales“ heran, welche gerade für ein paar Minuten an der Oberfläche waren, um Luft zu holen. Bevor diese dann wieder auf den nächsten Tauchgang gehen, verabschieden sie sich immer noch, indem sie mit ihrer Schwanzflosse „winken“… :)

Der erste Wal des Tages...
Der erste Wal des Tages…
... und der erste echte Wal... :)
… und der erste echte Wal… :)
Und weg war er
Und weg war er

Wie schon bei den Delfinen, von denen wir unüblich viele sahen, schienen wir auch hier wieder besonderes Glück zu haben, denn die Crew sichtete ein paar Orcas, also Killerwale, in der Nähe. Diese verfolgten wir dann eine Weile und kamen manchmal sehr nah heran. Einmal tauchte einer sogar direkt unter dem Boot hindurch. Und das, obwohl man diese Orcas normalerweise nur etwa einmal im Monat antrifft.

Orca am Springen
Orca am Springen
Und einer ganz dicht am Boot
Und einer ganz dicht am Boot

Das war dann also wirklich ein gelungener Abschluss und wurde noch gekrönt mit einer kleinen Weinverkostung in Blenheim. Dort trennten sich nämlich wieder unsere Wege. Denn für Ise und mich geht es nun erstmal weiter zum nächsten Great Walk, und für meine Eltern und meinen Bruder noch für ein paar Tage auf die Nordinsel. Wir hoffen natürlich, dass sie dort mindestens genauso viel erleben und so traumhaftes Wetter haben wie mit uns auf der Südinsel. Danke für den tollen gemeinsamen Urlaub! Wir haben es sehr genossen!

Urlaub 2015/16 in Neuseeland
Urlaub 2015/16 in Neuseeland

Und allen anderen Lesern wünschen wir natürlich noch frohe Weihnachten und schonmal einen guten Rutsch ins neue Jahr, denn den nächsten Beitrag gibts bestimmt erst wieder 2016, schließlich sind wir bis zum 31.12. auf unserer viertägigen Wanderung unterwegs… :D

Dez19
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Im Land der Pferdeherren

Wie ihr ohne Zweifel ja schon mitbekommen habt, sind wir beide Fans der „Der Herr der Ringe“-Filme sowie der „Hobbit“-Trilogie. Und die letzten Blogeinträge zeugen davon ja schon, wo wir ja schon die ein oder andere Filmlocation besichtigt haben.

Gut, es ist schwer, die Drehorte nicht zu besuchen, denn sie liegen ja in ganz Neuseeland verteilt und spiegeln natürlich viel der Schönheit des Landes in den Filmen wider.

Einen weiteren besonders schönen dieser Orte durften wir nun auch schon erleben: Edoras. Im Buch und den Filmen ist Edoras die Hauptstadt des Königreichs Rohan, dem „Land der Pferdeherren“. Dort liegt auf einem Hügel inmitten einer Ebene die Burg. Umgeben ist die Ebene von einem wunderschönen Alpenpanorama.

Auf dem Hügel in der Mitte des Bildes steht im Film die Burg
Auf dem Hügel in der Mitte des Bildes steht im Film die Burg

Und genau das war unser Ziel. Um es zu erreichen, fährt man etwa eine Stunde, davon die meiste Zeit auf Schotterpisten, bis zu einem kleinen Parkplatz. Danach soll eine etwa 45-minütige Wanderung zum Gipfel führen. Man braucht allerdings nicht wirklich so lang.

Selbst die Schafe hier sind total entspannt
Selbst die Schafe hier sind total entspannt
Und auch wir konnten uns einfach nur entspannen
Und auch wir konnten uns einfach nur entspannen

Doch die Aussicht da oben ist einfach nur fantastisch. Man kann quasi komplett um sich herum blicken und sieht, abgesehen natürlich von der kleinen Schotterpiste, kaum Spuren der Zivilisation. Keine Häuser, keine Strom- oder Telefonmasten. Nichts. Nur die Weite, der Sonnenschein und der Wind, der einem um die Ohren bläst. Wer also mal die Zeit hat, in Ruhe durch Neuseeland zu reisen, sollte diese paar Stunden Umweg auf jeden Fall in Kauf nehmen.

Blick in die Ferne
Blick in die Ferne
Einfach mal den Wind um die Ohren pusten lassen
Einfach mal den Wind um die Ohren pusten lassen…
... oder gleich fliegen...
… oder gleich fliegen!
Noch einmal aus der Ferne
Noch einmal aus der Ferne
Dez18
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Je länger wir hier sind, desto schöner wird es!

Als wir am Arthur’s Pass standen, die türkisblauen Bergflüsse, schneebedeckten Gipfel und Blumen sehen konnten, dachten wir uns fast schon: Schöner kann es gar nicht werden. Doch ganz egal wie lange man hier ist, man entdeckt immer neue wunderschöne, vielleicht sogar noch schönere Orte. Auch wenn es schon schwer ist, da überhaupt eine Rangfolge festzulegen.

Jedenfalls haben wir unser Ziel vor Weihnachten erreicht — den Lake Tekapo. Schon auf der Straße dort hin sind uns am Wegesrand die unzähligen Lupinen aufgefallen, die in verschiedenen Tönen von weiß über rosa, bläulich bis ins violette geblüht haben. Eine traumhafte Ansicht. Letztendlich am See angekommen waren wir dann einfach nur noch glücklich. Schon aus der Ferne sieht man den See, der echt türkisblau im Sonnenlicht schimmert. Im Hintergrund erstrecken sich die Südalpen, teils noch mit Schnee bedeckt.

The Wandering Clouds
The Wandering Clouds

Und auch von näher dran ist es einfach nur wunderschön. Besonders auch die „Church of the Good Shepherd“ direkt am See ist echt schön. Das ist eine etwa 1930 errichtete „alte“ Steinkirche im romanischen Stil. So gibt es dort viele Möglichkeiten für tolle Fotos und einfach nur eine schöne Aussicht. Gut, etwas störend sind die ganzen Touristen, die dort gar mit Bussen hingekarrt werden, um ihre obligatorischen Selfie-Stick Fotos zu machen oder mit ihren riesigen DSLR-Kameras rumzuwedeln.

So blieben wir dort einige Tage, einfach nur, um die Aussicht zu genießen und Fotos zu schießen. Sei es im Lupinenfeld in der Abendsonne oder schon vor Sonnenaufgang morgens, wenn der See ruhig schimmert und die Berge reflektiert. Daher gibt es heute einfach mal etwas weniger Text, dafür ein paar mehr Bilder. Denn auch wenn Weihnachten vor der Tür steht, hat so manch einer von euch vielleicht das Bedürfnis, wenigstens gedanklich dem Winter zu entkommen. Und wir freuen uns natürlich immer über Kommentare ;) Welches Bild gefällt euch am Besten?

Stilles Wasser
Stilles Wasser
Morgensonne
Morgensonne
Lupinen soweit das Auge reicht
Lupinen soweit das Auge reicht
The Church of the Good Shepherd
The Church of the Good Shepherd
Lupinen und Berge
Lupinen und Berge
Perfekter Ort für ein Fotoshooting
Perfekter Ort für ein Fotoshooting
Dez11
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Betrunken durch die Südalpen fahren

Nein, keine Sorge! Wir fahren hier nicht in Schlangenlinien über die Straßen und ziehen dabei eine Alkoholfahne hinter uns her. Der Titel ist eher abstrakt zu betrachten… ;)

Aber Alkohol, dieses mal in Form von Bier, gabs wirklich! Denn wenn man schon einmal in Greymouth ist, gibt es ein Ziel, dass man nicht auslassen sollte: Monteith’s Brewing Company. Das ist eine Brauerei, die hier seit vielen Jahren, wenn auch eher im kleinen Maße verglichen zu einigen deutschen Brauereien, verschiedene Lager, Ales und Cidres braut. Dort kann man selbstverständlich auch Touren durch machen, einiges über das Bierbrauen lernen und — das Beste kommt bekanntlich zum Schluss — Bier trinken! So konnten wir anschließend in der Bar/Restaurant sitzen und mehrere verschiedene Biersorten probieren. Dazu gönnten wir uns ausnahmsweise auch mal was richtig leckeres und teilten uns eine Portion im Bierteig gebackene Pommes! Wahnsinnig lecker! So kann man einen Abend echt gut ausklingen lassen!

Eifrig dabei, alles über das Bierbrauen zu lernen
Eifrig dabei, alles über das Bierbrauen zu lernen
Als Kellnerin hat Ise ja auch schon Erfahrung, da war das Zapfen kein Problem
Als Kellnerin hat Ise ja auch schon Erfahrung, da war das Zapfen kein Problem
Entspannung bei einem Gläschen Bier, oder zwei, oder drei...
Entspannung bei einem Gläschen Bier, oder zwei, oder drei…
Und dazu auch mal was leckeres essen
Und dazu auch mal was leckeres essen

Der nächste Tag führte uns noch nach Shantytown, einer Art „restaurierten“ alten Dorf, wo man viel über die Geschichte und das Leben der Menschen früher lernen konnte, die während der Zeit des Goldrausches in Neuseeland nach Glück strebten oder in den Sägewerken und Forstbetrieben ihr Geld machten. Zum Glück hatten wir das Ganze über BookMe deutlich günstiger bekommen, denn letztendlich waren wir beide schon etwas enttäuscht. Allerdings war die kurze Fahrt mit einer alten Dampflok echt schön. Nichtsdestotrotz war es ein schöner Vormittag…

Die alte Dampflok
Die alte Dampflok
Typisch wir...
Typisch wir…

Und wie ja schon im letzten Eintrag angekündigt ist unser Ziel, vor Weihnachten noch zum Lake Tekapo zu kommen. Um das zu schaffen, entschlossen wir uns, über den Arthur’s Pass die Alpen zu überqueren und in Richtung Südosten zu fahren. Und der Arthur’s Pass ist wirklich schön! Man hat einen tollen Ausblick auf die Berge, von denen einige noch leicht schneebedeckt sind. Wir haben dort auch auf einem echt schönen, ruhigen Campingplatz übernachtet, mit toller Aussicht an einem schönen blauen Fluss.

Schöne Berge!
Schöne Berge!
Und echt schöne Fotomöglichkeiten direkt am Campingplatz
Und echt schöne Fotomöglichkeiten direkt am Campingplatz

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich eine 6-8 stündige Wanderung machen, aber wie das in alpinem Gebiet so ist, ändert sich das Wetter oft sehr schnell. So gab es Wind bis 70 km/h und viele Wolken. Die Frau aus dem Besucherzentrum meinte dann nur, dass es sich so kaum lohnt, dort zum Gipfel zu wandern, da man eh nichts sehen könne. Schade. Als dann auch noch Regen einsetzte und auch kürzere Wanderungen sehr ungemütlich gemacht hätte, fassten wir den Entschluss, die Berge erstmal hinter uns zu lassen und weiter zum Lake Tekapo zu fahren. Wir werden später sowieso nochmal vorbei kommen. Und das war eine gute Entscheidung, denn kaum waren wir etwas weiter östlich, war es hinter den Bergen deutlich heller, mit Sonnenschein und schönen Aussichten.

Dez08
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Mit zerstochenen Füßen…

Wir sind angekommen! Die Südinsel! Fast jeder sagt ja, dass dieser Teil Neuseelands von Natur und Aussichten her deutlich schöner ist, allerdings ist er auch deutlich weniger besiedelt, alles liegt weiter auseinander und man findet auch nicht in jedem größeren Ort einen PAK’nSAVE zum Einkaufen oder ähnliches… Wobei die Abgeschiedenheit auch wirklich sehr schön ist, denn wir sind ja eher für die Natur als für die Städte hier. Und es hat auch etwas von Freiheit und Ruhe, wenn man teilweise eine halbe Stunde lang über den Highway fährt ohne jemanden zu sehen.

Nervig ist manchmal nur, dass es teilweise gar kein Internet oder Handyempfang gibt. Mich stört daran weniger die Möglichkeit, E-Mails zu lesen oder zu sehen, was in den sozialen Medien geteilt wird, sondern eher, dass man die Webseiten zu Sehenswürdigkeiten, zum Buchen irgendwelcher Aktivitäten oder, und das ist am wichtigsten, dass man auf den Webseiten der regionalen „Councils“ nicht immer nachgucken kann, ob und wo man kostenlos campen darf. Wir standen hier nämlich schon auf einem kleinen Parkplatz, welcher laut „Campermate“-App als Campingplatz ausgeschrieben ist, dort allerdings weder ein Schild steht oder sonstwas. Im Normalfall ein schlechtes Zeichen. Denn leider werden die Gesetze zum Freedom Camping immer strikter und kostenlose oder kostengünstige Angebote seltener. Das liegt natürlich auch stark an einigen Touristen und Backpackern, die hier mit einer „Nach mir die Sintflut“-Mentalität campen, ihren Müll hinterlassen und auch mit den öffentlichen Toiletten wenig sorgsam umgehen. Schade.

Und obwohl man hier vielleicht seltener Menschen begegnet, trifft man umso öfter Mosquitos oder Sandflies. Diese nervigen kleinen Biester gibt es hier überall, deutlich mehr als im Norden. Die Weibchen stechen liebend gern und ihre Stiche brennen dann gern für mehrere Tage. Kratzen verboten, denn das macht es nur deutlich schlimmer!

Das hat man davon, wenn man nur in Birkenstocks rumläuft...
Das hat man davon, wenn man nur in Birkenstocks rumläuft…

Aber nochmal ein paar Tage zurück. Die Fährfahrt haben wir gut überstanden und kamen dann Abends gegen 20:00 Uhr in Picton auf der Südinsel an. Von dort ging es gleich zu einem kostenlosen Campingplatz an der Küste. Nach etwas Kartoffel-Brokkoli-Eintopf vom Vortag sind wir dann auch schwupps eingeschlafen, mit dem Glücksgefühl noch im Kopf, endlich auf der Südinsel angekommen zu sein.

Ausblick auf die Sounds am Morgen
Ausblick auf die Sounds am Morgen

Am nächsten Morgen entschlossen wir uns erstmal, ein paar Pläne zu machen, wie wir die nächsten Tage weiterfahren wollen, was wir zuerst sehen wollen und wie wir uns in Richtung Christchurch vorarbeiten wollen, wo wir ein paar Tage vor Weihnachten nämlich Besuch erwarten.

So führte uns unsere Reise in den letzten Tagen nun durch die wunderschönen Marlborough Sounds im Norden der Insel bis hin zur Westküste. Vorbei ging es an alten Goldgräberstätten und der „Pelorus Bridge“, welche übrigens auch Drehort in einem der Hobbit-Filme war (Siehe Video gleich am Anfang). An den Felsen am Flussufer dort wurde nämlich die „Fässer-Szene“ gedreht, wo die Zwerge und Bilbo in leeren Weinfässern schwimmend über den Fluss entkommen und vor der Seestadt an Land gehen. Ja ich weiß, alle, die die Filme kennen, machen jetzt „Ahhh!“, alle anderen nur“Öhhh?“.

Pelorus River
Pelorus River
Und auch die Brücke
Und auch die Brücke

Weiter ging es zum „Tennyson Inlet“, einer wunderschönen und abgelegenen Ecke der Marlborough Sounds. Dort treiben im strahlend blauen Wasser bei Sonnenschein einige Fischerboote umher und man trifft nur selten auf andere Menschen. Nach einem Picknick direkt am Strand entschlossen wir uns, diese Freiheit ausnutzen und als Nackedeis ins erfrischende Wasser zu springen. War ja auch keiner da. Naja, fast keiner. Denn als wir gerade mitten im Wasser waren, blickte ich auf einmal nach unten und sah einen schwarzen Fleck mit einem Strich hinten dran. Ein Stachelrochen hatte uns in flagranti erwischt und schwamm direkt um uns herum. Als wir uns plötzlich erschreckten, schwamm dieser aber auch schnell wieder davon. Wir entschlossen uns dennoch, auch mal wieder aus dem Wasser zu gehen. Stachelrochen sollen zwar eigentlich recht zahm sein und man kann sie gelegentlich sogar streicheln, aber wenn sie sich gereizt fühlen, können sie auch unangenehm werden… Aber wir leben ja noch… :D

Schöner Platz zum Pause machen
Schöner Platz zum Pause machen

Nächster Stopp auf unserer Reise war dann Nelson, die glaube ich größte Stadt dort im Norden. Und da wir gerade zur richtigen Zeit dort waren, konnten wir gleich noch bei der „Christmas Parade“ am Nikolaustag zusehen. Da Ise ihre Flip Flops gut geputzt hatte, gönnten wir uns als Belohnung und als gegenseitiges Nikolausgeschenk einen Kaffee bei Starbucks (die sind hier auch günstiger als in Deutschland). Denn um richtig in Weihnachtsstimmung zu kommen, gibt es ja nichts besseres als einen „Ginger Bread Latte“, also einen Milchkaffee mit Lebkuchenaroma. Sehr lecker! Und währenddessen konnten wir dann der Parade mit allen möglichen Wagen zusehen. Herrlich!

Weihnachtsparade im Sommer
Weihnachtsparade im Sommer
Auch mit Kapelle
Auch mit Kapelle
Selbst Jesus ist spontan vorbei gekommen
Selbst Jesus ist spontan vorbei gekommen
Und der Mann mit dem weißen Rauschebart — nicht Gandalf!
Und der Mann mit dem weißen Rauschebart — nicht Gandalf!
Unser Nikolausgeschenk
Unser Nikolausgeschenk für den „gut geputzten“ Schuh

Aktuell sind wir übrigens in Greymouth, an der Westküste des Landes. Ja wir sind etwas schneller durch diese Region gefahren, aber nur, weil wir später sowieso noch einmal hier her kommen werden. Greymouth an sich ist ziemlich langweilig und verschlafen, aber der Weg hierher war sehr schön. So hielten wir am „Cape Foulwind“ an und sahen eine Seelöwenkolonie (allerdings deutlich weniger als noch am Cape Palliser auf der Nordinsel) und die berühmten „Pancake Rocks“, eine Reihe von Küstenfelsen, die ein wenig so aussehen wir aufeinander gestapelte Pfannkuchen.

Pancake Rocks
Pancake Rocks
Noch mehr Pancake Rocks
Noch mehr Pancake Rocks
Kreativ sein beim Wäschetrocknen, nachdem der Trockner im Waschsalon nur bedingt getrocknet hat...
Kreativ sein beim Wäschetrocknen, nachdem der Trockner im Waschsalon nur bedingt getrocknet hat…

Die nächsten Tage geht es für uns noch weiter bis zum Lake Tekapo, den wir unbedingt noch dieser Tage besuchen wollen. Denn aktuell sollen dort noch die zahllosen Lupinen in Blüte stehen, welche die Region echt einzigartig machen sollen. Und davon müssen wir einfach viele Fotos machen :D

Dez08

Kurzer Fotonachtrag: Cape Palliser und Wellington

Leider hatte ich beim letzten Beitrag über Wellington und das Cape Palliser noch nicht alle Fotos griffbereit, daher gibt’s hier noch einen kurzen Nachtrag mit ein paar Fotos… Aber wenigstens mal weniger zu lesen für euch… ;)

Robbenkolonie am Cape Palliser
Robbenkolonie am Cape Palliser
10 Meter Mindestabstand? Das wird knapp...
10 Meter Mindestabstand? Das wird knapp…
Ja, da wollten wir hoch... ca. 250 Stufen
Ja, da wollten wir hoch… ca. 250 Stufen
Und wir haben's geschafft!
Und wir haben’s geschafft!
Und eine tolle Aussicht von oben!
Und eine tolle Aussicht von oben!
"Die Straße zum Dimholt" aus "Der Herr der Ringe — die Rückkehr des Königs"
„Die Straße zum Dimholt“ aus „Der Herr der Ringe — die Rückkehr des Königs“
Willkommen in Bruchtal
Willkommen in Bruchtal
Am letzten Überbleibsel der Filmaufnahmen
Am letzten Überbleibsel der Filmaufnahmen
Am neuseeländischen Parlamant — "Beehive" (Bienenstock)
Am neuseeländischen Parlamant — „Beehive“ (Bienenstock)
Unsere Fähre zur Südinsel
Unsere Fähre zur Südinsel
Ankunft in Picton
Ankunft in Picton
Dez04
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Ausflug nach Mittelerde

Natürlich waren wir nicht nur zum Essen und Feiern in Wellington. Auch die Stadt selbst und die Umgebung haben wir gut erkundet. Die Stadt ist sehr schön, auch wenn man nur schwer, und wenn dann sehr teuer, in der Stadt parken kann. Nur weiter außerhalb wird es besser. So bekamen wir einen tollen Ausblick auf die Stadt vom Mount Victoria aus, konnten uns kostenlos durchs Parlamentsgebäude führen lassen, schlenderten durch die botanischen Gärten und — das Highlight — besuchten den Weta Workshop.

Wellington Cable Car
Wellington Cable Car
Windiges Wellington
Windiges Wellington
Wellington von oben
Wellington von oben

Die Leute von Weta sind nämlich jene, die für viele Filme, insbesondere natürlich für den Herrn der Ringe und die Hobbit-Verfilmungen, Kostüme, Waffen, Masken und mehr angefertigt haben. Deren Abteilung „Weta Digital“ ist auch sehr bekannt für alle möglichen Special Effects in den Filmen, den Simulationen großer Menschenmengen (z.B. Armeen von Orks und Menschen, die in den Filmen in die Schlacht ziehen) als auch für die „Motion Capture“-Technologien, mit denen man die Bewegungen und den Gesichtsausdruck von Schauspielern auf virtuelle Figuren übertragen kann. Zum Beispiel auch bekannt aus „King Kong“, „Der Planet der Affen“ und „Avatar“, an denen die Firma auch mitgewirkt hat.

Was guckst du?
Was guckst du?
Gruselig
Gruselig

 

Liebend gern hätte ich mir auch mehr über deren Computerabteilung angesehen, aber leider ist das nicht möglich. Wir kamen jedoch in den Genuss, uns die Herstellung der ganzen Kulissen, Miniaturen, Waffen und Kostüme anzuschauen. Wirklich klasse!

Luise gegen den Troll
Luise gegen den Troll
Voll aggressiv die Typen
Voll aggressiv die Typen
Don't feed the troll
Don’t feed the troll

Anschließend ging es gleich noch zum Flughafen in Wellington, wo eine große Gollum-Figur in der Flughafenhalle hängt und alle Reisenden begrüßt.

Aber nicht nur in Wellington selbst kann man viel von Mittelerde sehen. Im ganzen Land verteilt gibt es verschiedene Filmlocations, die man besuchen kann. So machten wir auch einen Ausflug zum Cape Walliser, dem südlichsten Punkt der Nordinsel. Ganz in der Nähe liegt auch der Drehort zur „Straße zum Dimholt“ aus dem dritten Herr der Ringe Film. Das ist eine Schlucht, durch welche einige der Hauptfiguren reiten, um einige Geister zu überzeugen, für sie zu kämpfen.

Außerdem stoppten wir noch in „Rivendell“, im deutschen besser bekannt als „Bruchtal“, der Heimat der Elben in den Filmen. Man kann dort durch den Wald laufen, an dem früher die Kulissen standen. Davon ist aber nur noch ein einziger Bogen übrig geblieben, bzw. dessen Nachbau. Nichtsdestotrotz ein toller Anblick. Besonders, wenn man abends im Auto dann die Filme guckt und dabei genau die Plätze sieht, an denen man am Tage vorbei gelaufen ist.

Von der Nordinsel verabschieden wir uns nun aber. Gerade sitzen wir nämlich in der Fähre nach Süden. Die Südinsel soll nämlich für die nächsten Monate unser Ziel sein, welches wir ausgiebig bereisen wollen und viele weitere Eindrücke sammeln und Fotos schießen wollen! Und wir halten euch natürlich auf dem Laufenden! :)

Dez04

Thanksgiving als Couchsurfer

Entgegen unseres ursprünglichen Plans, von Napier erst noch einen Abstecher nach Taupo und zum berühmten Tongariro Crossing, dem Schauplatz von Mordor inklusive „Schicksalsberg“ in den Herr der Ringe Verfilmungen, zu machen, entschlossen wir uns, direkt in Richtung Wellington zu fahren und bei unserer Rückkehr im nächsten Frühling (oder Herbst, je nachdem, wie mans nimmt) dann stattdessen dort vorbei zu fahren.

Zwischenstopp am Castle Point
Zwischenstopp am Castle Point
Zum Glück war da die Windschutzscheibe zwischen uns und der Möwe
Zum Glück war da die Windschutzscheibe zwischen uns und der Möwe
Am Dorf mit dem angeblich längsten Namen der Welt
Am Dorf mit dem angeblich längsten Namen der Welt

So folgten wir den Straßen bis nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands. Dort wollten wir für ein paar Tage bei Rob und Shannon bleiben, die wir über die Couchsurfing App gefunden haben. Die wohnen zusammen mit ihren beiden Kindern Olivia (5) und Isaac (2) in einem kleinen Haus im Vorort „Lower Hutt“. Kind Nummer drei ist auch schon auf dem Weg.

Die beiden sprechen auch etwas Deutsch, denn sie haben sich sogar in Deutschland kennengelernt und geheiratet, wo beide zeitweise gelebt haben. Mit im Haus war auch gerade noch Mel, eine weitere Freundin aus Deutschland. Also ein ziemlich volles Haus, wo immer viel los ist. Und trotz des Stresses, den sie haben, boten sie uns liebevoll ihre Couch an und luden uns ein, mit ihnen und noch einigen Freunden gemeinsam Thanksgiving zu feiern.

Wir versuchten, fleißig mitzuhelfen beim Aufräumen und Kochen. Besonders Ise war in der Küche sehr aktiv. Gemeinsam haben wir dann alle auch noch einen großen Berg Brezeln gebacken. Herrlich fluffig und lecker! Wir haben die beiden dann am Sonntag auch noch in die Kirche begleitet, die sehr modern war. Mit abgedunkeltem Raum, einer recht rockigen jungen Band und einigen tanzenden Leuten erinnerte das anfangs so gar nicht an einen Gottesdienst, eher an ein Konzert. Zumindest haben wir das so gar nicht erwartet. Aber es war dann doch sehr gut gemacht.

Form und Farbe haben zwar nicht ganz gepasst, aber geschmacklich war es top!
Form und Farbe haben zwar nicht ganz gepasst, aber geschmacklich war es top!
Kirche mal ganz modern
Kirche mal ganz modern

Danach stand dann die große Thanksgiving-Feier an, zu der jeder etwas mitgebracht hat. So gab es ein großes leckeres Brathuhn, Spinat, Reis, Pizza und vieles mehr. Und zum Nachtisch dann noch einige Kuchen und Torten, Pudding und Pavlova, das Lieblingsdessert der Kiwis. Das ist eine Art Kuchen, der eher an Baiser erinnert und eigentlich nur aus Eischnee und Zucker gemacht wird. Und als ob das nicht schon genug Kalorien wären, wird das ganze hinterher mit Schlagsahne überzogen und mit frischen Früchten belegt. Geschmacklich war es dann der Hammer, sodass Ise sich gleich zweimal Nachschlag davon holte… Insgesamt also ein schönes großes Festmahl! Wir sind auch echt dankbar, dass wir dabei sein durften und kommen gerne auf dem Rückweg nochmal vorbei.

Unser Festmahl
Unser Festmahl
All die leckeren Desserts — und zu Thanksgiving wird auch der Weihnachtsbaum aufgebaut...
All die leckeren Desserts — und zu Thanksgiving wird auch der Weihnachtsbaum aufgebaut…
Dez03
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„Die alkoholische Gärung“ oder „Die Gärung des Alkohols“

Mit den Schmerzen an den Füßen noch immer spürbar ging die Reise für uns weiter. Eigentlich wollten wir, zumindest für ein paar Tage, das Wandern und Umherlaufen etwas ruhen lassen, aber das war dann doch nicht wirklich möglich.

Denn unser nächstes Ziel auf der Reise war Napier, einer schönen Stadt an der Ostküste der Nordinsel. Die Stadt wurde bei einem Erdbeben inklusive Feuer in den 30er Jahren zu großen Teilen zerstört und wurde beim Wiederaufbau im Art Déco Stil neu errichtet. So sieht man einige schöne Straßen mit schönen Gebäuden, Straßenschildern und mehr.

 

Das passt irgendwie nicht so wirklich... Sommer, Sonne, Weihnachten
Das passt irgendwie nicht so wirklich… Sommer, Sonne, Weihnachten

Und obwohl ich eigentlich etwas fußlahm war, schleppte mich Luise gleich erstmal zu Fuß durch die Stadt. Das mussten wir auch, denn in der Stadt gibt es nur einen einzigen kostenlosen Campingplatz, direkt am Strand. Dieser wird natürlich gern besucht, sodass man schon vormittags da sein muss, um einen Platz zu bekommen. Und wie es so kommen musste, standen wir plötzlich wieder direkt neben Dani, einer Backpackerin, die wir am Vorabend in Wairoa kennengelernt haben. Neuseeland ist echt klein. Zusammen ging es also auf eine kleine Stadttour und wir hatten einen tollen Abend am Strand mit Gesprächen, Kniffel-Spielen und toller Aussicht.

Das meiner Meinung nach Beste an Napier ist aber nicht das Aussehen der Stadt, sondern dessen Lage — mitten in der so genannten Hawke’s Bay, dem besten Weingebiet in Neuseeland. Hier werden einige exzellente Weine hergestellt und auch größtenteils exportiert. Im normalen Supermarkt in Deutschland kriegt man diesen aber nur sehr selten zu kaufen. In Weingeschäften sieht das aber sicher anders aus.

Und wenn man schon einmal hier ist, darf man es sich natürlich nicht nehmen lassen, davon mal zu kosten. So ging es für uns zur geführten Tour durch das „Church Road“ Weingut mit anschließender Verkostung. Allein schon der leckere Geruch in den alten Weinkellern und im Weinmuseum, welcher früher ein großer Tank für Port und Sherry war, weckte unsere Vorfreude. Bei der Verkostung selbst durften wir auch einige leckere Sorten probieren, von einem tollen Chardonnay, einem noch besseren Roséwein bis hin zu zwei Rotweinen. Das hat sich echt mal gelohnt! Da hätte ich gern noch mehr von getrunken, aber man muss ja noch Auto fahren…

Davon hätten wir am liebsten eins nach Hause gerollt...
Davon hätten wir am liebsten eins nach Hause gerollt…
Guter Wein braucht viel Sonnenschein
Guter Wein braucht viel Sonnenschein
Prost!
Prost!
Luise ist irgendwie kein Rotweinfan... :D
Luise ist irgendwie kein Rotweinfan… :D

Ansonsten stand in Napier dann noch eine längere Wanderung zu einer riesigen Tölpelkolonie an. Diese Nisten auf einem Felsen am „Cape Kidnappers“, welches man zu Fuß nur bei Ebbe erreichen kann. So ging es jeweils 2.5h hin und später wieder zurück. Aber es war schon toll, diese Vögel aus nächster Nähe zu betrachten. Wenn diese heranwachsen, fliegen sie immer für ein paar Jahre nach Australien, kommen aber irgendwann wieder und leben den Rest ihres Lebens (bis zu 30 Jahre) dann in Neuseeland. Wir haben schon oft gehört, dass viele Neuseeländer das auch machen, dann aber zurück kommen, weil es hier wohl eh viel schöner ist… :D Außerdem gab es dort noch einen Seelöwen gesehen. Und Ise hatte auf der Wanderung plötzlich das perfekte Auge und sah auf einmal eine Gruppe Orcas im Meer an der Küste. Das war wirklich beeindruckend, denen so beim Treiben zuzusehen.

Immer am Strand entlang zu den Tölpeln — wer da wohl wohnt?
Immer am Strand entlang zu den Tölpeln — wer da wohl wohnt?
Ganz viele davon
Ganz viele davon
Cape Kidnappers
Cape Kidnappers
Wer nicht wandern will, kann auch mit dem Trecker fahren
Wer nicht wandern will, kann auch mit dem Trecker fahren

Zur Belohnung gab es nach der Wanderung für uns beide ein echt leckeres Eis in Hastings. Die Eisdiele dort ist preisgekrönt und wirklich super lecker! Das musste dann einfach sein. Den Abschluss des Tages bildete dann noch ein Besuch des „Te Mata“ Hill, von dem aus man auf die ganze Region blicken kann. Und wie es so kommen musste, flatterte Ise ganz oben auf dem Gipfel plötzlich der Hut vom Kopf und flog den steilen Hang hinunter. Zum Glück war ihr Ritter in strahlender Rüstung kurzer Wanderhose nicht weit, sodass ich mich heldenhaft und todesmutig auf die Suche nach der Mütze machte und letztendlich über 1,5h am Hang und an den Felsen entlang klettern durfte, bis ich das gute Stück wieder hatte. Was macht man nicht alles für die Frau, die man liebt… ;)

Ein leckeres Eis zur Belohnung
Ein leckeres Eis zur Belohnung — Pflaume-Pudding und Manuka-Honey (links) und Chocolate Mint und Vanilla Bean (rechts)
Eine echt schöne Aussicht von dort!
Eine echt schöne Aussicht von dort!
Der Flori musste klettern — wer ganz genau hinschaut, sieht auch, wie ich gerade nach der Mütze greife
Der Flori musste klettern — wer ganz genau hinschaut, sieht auch, wie ich gerade nach der Mütze greife
Dez01
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Great Walk 1/9 – Lake Waikaremoana Track

Nach unserem tollen Wochenende in Gisborne war dann am Samstag Abend so weit: Wir packten unsere Rucksäcke für den Great Walk und fuhren in Richtung des Sees. Dort wollten wir noch eine Nacht im Auto verbringen, um am Sonntag dann die mehrtägige Wanderung zu beginnen.

Im Besucherzentrum buchten wir noch schnell ein Wassertaxi, welches uns zum Start bringen und am Ende wieder aufsammeln sollte. Irgendwann war alles dann fertig und wir standen am Anfang der Runde. Und es sollte einmal halb um den großen Lake Waikaremoana gehen, auf einer Strecke von ca. 46km und auch noch hoch auf einen Berg. Aber wir vier waren bereit und relativ motiviert…

Ein Vorher-Bild
Ein Vorher-Bild

Eigentlich ist die Wanderung für 3-4 Tage angesetzt, wobei man nachts dann immer auf einer der Hütten schläft. In unserem „jugendlichen Leichtsinn“ entschieden wir uns auch prompt, das ganze in 3 Tagen durchzuziehen und letztendlich den zweiten und dritten Tag zusammenzuziehen. Eine Broschüre zum Walk gibt’s übrigens auch.

Am Aussichtspunkt angekommen
Am Aussichtspunkt angekommen

Da der Walk mit einem Berg beginnt und danach eher flach bleibt, wir aber nicht gleich am ersten Tag auf den Berg und wieder herunter wollten, beschlossen wir, die Nacht oben auf der Panerike Hut zu verbringen. Bis dahin waren es 9km Wanderung, die wir dann in etwa 5h hinter uns gebracht haben. Schon etwas erschöpft kamen wir dann oben an der Hütte an und legten uns promt noch etwas in die Sonne und genossen das tolle Wetter. Irgendwann war es Zeit, den Gaskocher anzuwerfen und uns etwas Reis mit Curry zu kochen. Perfekt, um unsere Energiereserven wieder aufzufüllen. Danach ging’s auch schnell ins Bettchen. Dank Ohropax hört man auch die anderen Leute nicht, die noch reden oder gar schnarchen.

Lecker Reis mit Currypulver und Teriyaki-Hühnchen aus der Dose
Lecker Reis mit Currypulver und Teriyaki-Hühnchen aus der Dose

Der nächste Tag sollte dann der anstrengendste der Tour werden. Zwar war der Weg den Berg herunter in nur 2,5h geschafft, danach ging es aber noch 12 weitere Kilometer über Stock und Stein und immer wieder hoch und runter. Das war zwar echt anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Die Aussicht war fantastisch. Manchmal läuft man durch regenwaldartige Wälder und bekommt dann immer wieder Ausblicke auf den großen, blauen und sehr klaren Lake Waikaremoana.

Mal ging es durch verwunschene Wälder...
Mal ging es durch verwunschene Wälder…
... und dann steht man wieder am tollen See
… und dann steht man wieder am tollen See

Am zweiten Tag ging es auch noch zu einem Wasserfall in der Nähe. Die Rucksäcke stellten wir dazu einfach am Wegesrand ab, genau wie es auch einige andere Wanderer gemacht haben. Man ist hier eh fernab der Zivilisation und klauen will hier keiner. Erstens, weil man ja selbst weiß, wie man auf die paar Klamotten und Lebensmittel im Rucksack angewiesen ist. Und zweitens, weil man ja auch nicht noch mehr mit sich rumschleppen will, als man ohnehin schon muss.

Jedenfalls ging es dann ca. 30 Minuten bis hin zu einem wunderschönen großen Wasserfall. Die Mädels sind dann noch über Baumstämme gekrochen, um sich im Wasser etwas abzukühlen.

Am Wasserfall angekommen
Am Wasserfall angekommen
Sporteinlage am Baum
Sporteinlage am Baum

Es ging auch immer wieder über verschiedene kleine Hängebrücken. Dort waren wir dann extra vorsichtig, denn vor einigen Monaten ist die Brücke am Ende des Tracks zusammengebrochen (siehe Video), als einige französische Backpacker dort zusammen drüber gewandert sind und sich beim Sturz auch verletzt haben. Sowas wollten wir natürlich vermeiden.

Bei so tollem Wasser kann man nur fröhlich sein
Bei so tollem Wasser kann man nur fröhlich sein

Dort zu bleiben wäre auch ein schöner Ausklang des Tages gewesen, aber es ging ja noch einige Kilometer und Stunden weiter. Letztendlich kamen wir dann auch erst nach Sonnenuntergang in der Dämmerung an unserer Hütte an. Besonders die Fußsohlen haben bei jedem Schritt schmerzhaft protestiert. Nach etwas Reis ging es dann wieder erschöpft ins Bett und wir konnten sofort einschlafen.

Völlig erschöpft an der Hütte angekommen
Völlig erschöpft an der Hütte angekommen
Die vier Wanderer auf der Hängebrücke
Die vier Wanderer auf der Hängebrücke

Der dritte Tag war dann zwar auch noch einmal sehr lang, aber dennoch deutlich entspannter als der Vorherige. So wanderten wir einige Stunden am Weg entlang, machten zwischendurch immer mal wieder Pause und kamen letztendlich nach ca. 75000 Schritten, 46,2km und einigen Blasen an den Füßen an unserem Abholpunkt an. Da wir noch etwas Zeit hatten, konnten wir noch in den See springen und uns wieder etwas auffrischen.

Noch einmal eine letzte Pause machen...
Noch einmal eine letzte Pause machen…

Zurück ging es mit dem Wassertaxi einmal über dem See. Bei perfektem Wetter sich den Wind um die Ohren wehen lassen und die Landschaft zu genießen war letztendlich der perfekte Abschluss des Trips! Wir können es kaum erwarten, auch die anderen Great Walks zu machen, aber erstmal heißt es Wunden lecken und Blasen verheilen lassen… :D

Tolle Bootsfahrt zum Abschluss
Tolle Bootsfahrt zum Abschluss
Erschöpft, aber erfolgreich angekommen
Erschöpft, aber erfolgreich angekommen
Und ein Nachher-Bild
Und ein Nachher-Bild