Dies ist das Archiv - Monat: September 2015

Viel Spaß beim Stöbern!

Sep23
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Vom Höhlenkletterer zum Privatchauffeur

Nachdem unser Reifen repariert war konnte unsere Reise glücklicherweise doch schnell weiter gehen. Wir hatten ja schon befürchtet, dadurch einen ganzen Tag zu verlieren. Da wir aber nun schonmal in Kerikeri waren, konnten wir so gleich nochmal ein wenig den Ort erkunden. So waren wir nochmal beim Stone House und dem Mission House, welches das älteste noch stehende Gebäude in Neuseeland ist, zumindest laut Reiseführer.

Der Rest des Tages stand dann ganz unter dem Motto Kultur, denn wir wollten uns den Ursprüngen des Staates Neuseeland und der Maori-Kultur widmen. Dazu waren wir auf den Waitangi Treaty Grounds, wo 1835 die Unabhängigkeitserklärung von Neuseeland und 1840 der Vertrag von Waitangi unterzeichnet wurde. Dies gilt sozusagen als Verfassung und Gründung des Landes, denn im Vertrag wurde zwischen den britischen Siedlern und den Maori-Stämmen abgeklärt, dass fortan die britische Krone die Hoheitsgewalt über das Land hat und somit Neuseeland eine britische Kolonie wird. Problem an der ganzen Sache ist, dass die Maori-Häuptlinge natürlich kein Englisch konnten und somit der Vertrag übersetzt werden musste. Und gerade bei einem so wichtigen Dokument ist es dann schon blöd, wenn Übersetzungsfehler gemacht werden. So steht in der englischen Version direkt drin, dass „Her Royal Majesty Queen Victoria“ die komplette Souveränität über das Land bekommt. In den übersetzten Fassungen steht allerdings eher, dass die Briten lediglich Regierungsaufgaben für die britischen Siedler übernimmt, der Besitz des Landes, der Flüsse, Fische, Tiere und Pflanzen letztendlich aber bei den Maori bleibt. So haben natürlich viele Stammesführer den Vertrag mit unterschrieben, was sie bei der englischen Version sicher nicht gemacht hätten.

Treaty Grounds mit Flagpole — auf dem Rasen wurde der Vertrag unterzeichnet
Treaty Grounds mit Flagpole — auf dem Rasen wurde der Vertrag unterzeichnet
Neuseeland wird Teil des British Empire
Neuseeland wird Teil des British Empire
Das Kriegs-Kanu
Das Kriegs-Kanu

Auch wenn es in den Folgejahren darüber immer mal wieder Diskussionen und Streit gab, ist es doch für die Briten super gelaufen… Wie überall auf der Welt haben sich die europäischen Siedler ausgebreitet, den Ureinwohnern Land abgekauft und abgenommen und sich breit gemacht. Das sieht man hier auch heute noch sehr gut, denn fast alles ist in Besitz der „Weißen“. Und obwohl auch heute noch viele Maori in Neuseeland leben, bilden diese zu einem großen Teil auch die unteren sozialen Schichten. Die Ländereien, der Besitz und das große Geld liegt bei den europäischen Einwanderern. Das ist in anderen Ländern ja nicht anders.

Es soll Glück bringen, zwischen den Beinen der Häuptlingstochter entlangzulaufen...
Es soll Glück bringen, zwischen den Beinen der Häuptlingstochter entlangzulaufen…
Ich frag' mich, wieso Luise gerade neben diesem Pfeiler ein Foto machen wollte...
Ich frag‘ mich, wieso Luise gerade neben diesem Pfeiler ein Foto machen wollte…

Insgesamt konnten wir so auf den Treaty Grounds sehr viel lernen, denn es ist ein schönes Freilichtmuseum. Auch gibt es dort ein aus großen Kauri-Bäumen geschnitzes Kriegskanu zu sehen, das Haus des ersten Botschafters der weißen Siedler sowie ein Stammes- und Begegnungshaus der Maori. Dort konnten wir auch gleich einer Aufführung der Ureinwohner beiwohnen, die uns ihre Gesänge und Waffentechniken näher gebracht haben und anschließend für ein „authentisches“ Foto posiert haben. Das ganze ist natürlich sehr auf Touristen abgestimmt, aber hat Spaß gemacht! Man musste vor dem Haus allerdings auch die Schuhe ausziehen als Zeichen des Respekts, blöd nur, da der Geruch unsere Füße, die die ganze Zeit in den Wanderschuhen steckten, waffentauglich gewesen war. Doch wir und auch die umstehenden Personen leben alle noch.

Die Maori-Krieger prüfen, ob die Besucher in Frieden kommen... wenn nicht, werden sie getötet!
Die Maori-Krieger prüfen, ob die Besucher in Frieden kommen… wenn nicht, werden sie getötet!
Vorführung der Waffentechniken
Vorführung der Waffentechniken
Authentisches Stammesfoto
Authentisches Stammesfoto

Am Abend gings gleich noch weiter nach Ngawha, wo wir dann nun doch noch zu den heißen Quellen wollten. Dort angekommen gab es mehrere Hot Pools, zu denen man gehen kann. Das kostet auch nur etwa 2-3 Euro Eintritt und man kann sich umziehen und in den Pools baden und danach kalt abduschen. Wir waren dann auch bei einem Campingplatz, welcher eigene Hot Pools hat, die aber wegen Umbau geschlossen waren. Als wir der Besitzerin gesagt haben, dass wir dann gleich nochmal los zu den anderen Pools wollten, meinte sie allerdings, dass wir auch in ihre Pools können, dürfen es nur niemandem verraten. Also, ihr wisst von nichts, ok?

Hot Pools
Hot Pools

Nach einem kleinen Abendessen zogen wir uns also unsere Badeklamotten an und sind zu den Hot Pools gegangen. Das waren 8 kleinere Becken (immer nur so ca 2×3 Meter groß) mit graubraunem Matschwasser, welches ab und zu geblubbert hat. Das ganze war auch sehr rustikal gehalten und nur von ein paar großen Holzbalken außen gehalten, die auch nicht (mehr) gerade liefen. Aber das liegt daran, dass die Pools und die Stämme nun schon über 100 Jahre alt sind.

Das ganze ist auch völlig natürlich und die Besitzerin muss jeden Tag nur morgens von den Pools einen Teil des nachgelaufenen Wassers abpumpen. Denn das Wasser kommt durch lange Adern tief aus der Erde, ist angereichert mit Mineralien und hat dann je nach Verlauf der Wasseradern verschiedene Temperaturen, von 30 Grad Celsius bis hin zu 51 Grad. In den heißesten sind wir natürlich nicht rein, das hält man ja nicht aus. Aber so 42-43 Grad waren ganz angenehm.

So genossen wir einen schönen Abend und ließen uns einfach mal in den warmen Schlammpools gehen. Es roch dort zwar auch teilweise stark nach Schwefel, aber daran gewöhnt man sich schnell. Die Besitzerin meinte, das ganze ist Gesundheit pur für die Haut, denn es öffnet die Poren, zieht Toxine aus dem Körper und lässt die Mineralien ins Blut. Und man sieht hinterher auch gleich 20 Jahre jünger aus. Hat man ihr allerdings nicht angesehen, aber das mag auch am übermäßigen Rauchen gelegen haben. Oder sie war schon 100 Jahre alt. Dafür hätte sie sich dann echt gut gehalten. Wir wissen es nicht…

Am nächsten Morgen wollten wir dann auch gleich weiter reisen, bekamen dann allerdings eine unangenehme Email. Unser eigentlicher Plan war ja, unseren Rundtrip durch Northland zu machen und dann zurück zu Karen und Oliver zu kommen und während sie im Urlaub sind auf ihr Haus und die Tiere aufzupassen. Wir wussten allerdings auch, dass während der Zeit, in der wir reisen, ja eine andere Helferin da sein wird. Da diese sich auch super mit Pferden auskennt, haben sich Karen und Oliver spontan umentschieden und meinten nun, dass diese Helferin das Haus hüten soll und meinten, wir können doch einfach weiter reisen.

Das war schon echt enttäuschend, denn wir hatten uns schon recht fest darauf verlassen, denn sie hatten uns ja auch ganz direkt gefragt, ob wir das machen können und auch extra noch nachgefragt, ob wir rechtzeitig zum Urlaubsantritt zurück sind. So hatten wir die Reise ja auch genau danach geplant und schon fest eingeplant, bei ihnen wieder alles aufladen zu können, die Wäsche zu waschen und dann ein paar ruhige Tage zu haben, in denen wir den Rest der Reise planen können. Auch die Tatsache, dass das ganze nur so als kurze, unpersönliche Email kam, war irgendwie traurig, da sonst immer alles so freundschaftlich lief und sie so von uns geschwärmt hat. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack zu den ansonsten so tollen ersten Tagen in Neuseeland. Und noch dazu habe ich mir von Luise eine saftige Erkältung eingefangen und hatte unruhige Nächte mit leichtem Husten und verstopfter Nase…

Da diese Email ja nun unsere ganzen Pläne durcheinander geworfen haben, mussten wir uns auch auf die Suche nach einem offenen WLAN machen, um nach einer neuen Familie Ausschau zu halten. Also ging es nach Kawakawa, dem Wohnsitz des Wahl-Neuseeländers Friedensreich Hundertwasser. Dieser hat dort under Anderem die öffentlichen Toiletten in seinem Stil entworfen. Gleich nebenan war dann die Bibliothek, in der es auch immer freies Internet gibt. So saßen wir dort eine Weile und schrieben andere Familien an. Allerdings ist das so kurzfristig schon problematisch, da viele schon genug Helfer haben.

Hundertwasser-Toiletten in Kawakawa
Hundertwasser-Toiletten in Kawakawa

Die Nacht wollten wir dann auf einem kleinen Campingplatz direkt am Strand verbringen, zu dem wir dann auch fuhren. Wie sich allerdings herausstellte, war dies kein richtiger Campingplatz, sondern lediglich eine öffentliche Toilette und ein abgelegener Parkplatz. Das ist ja offiziell nicht erlaubt und kostet, wenn man erwischt wird, 200$ Strafe. Der nächste richtige Campingplatz wäre aber ein gutes Stück entfernt gewesen. So sind wir dann noch zu einem anderen Parkplatz gefahren, wo auch Backpacker standen und wild gecampt haben. Die meinten, um diese Jahreszeit ist das da kein Problem, da interessiert sich niemand für. Wir entschieden uns, das Risiko einzugehen und da zu bleiben.

Luise an den Mermaid-Pools
Luise an den Mermaid-Pools

Der nächste Morgen führte uns erst zu den nahegelegenen Mermaid Pools, wo wir etwas wandern konnten und dann nach Whangarei, der größten Stadt in Northland. Dort gab es nochmal einen Wasserfall zu besichtigen und anschließend wollten wir weiter in die Abbey Caves, einem Höhlensystem, in das man frei rein kann. Man braucht nur festes Schuhwerk und eine Taschenlampe. Ein Helm ist auch zu empfehlen, aber uns haben unsere Dickschädel gereicht.

Whangarei Falls
Whangarei Falls
Kopflampen sind echt praktisch!
Kopflampen sind echt praktisch!
Kletter-Action am Höhleneingang
Kletter-Action am Höhleneingang

In den Höhlen musste man dann ganz schön klettern und von Stein zu Stein über kleine Bäche springen. Wenn man dann weiter innen die Taschenlampen ausgeschaltet hat, konnte man an der Decke kleine Glühwürmchen sehen. Anders als die uns bekannten fliegenden Glühwürmchen, sind das kleine Fäden, die von der Decke hängen und die am Ende leuchten. Damit locken sie Insekten in der Dunkelheit der Höhle zu sich, welche dann an den klebrigen Fäden hängen bleiben und verdaut werden. Die Natur ist echt clever…

Die klebrigen Glühwürmchen-Fäden
Die klebrigen Glühwürmchen-Fäden

Mit unseren matschigen Klamotten sind wir dann noch einkaufen gefahren und zum Campingplatz. Am nächsten Morgen stand nämlich nochmal ein Höhlensystem, die Waipu Caves, auf unserem Plan, die noch schöner als die Abbey Caves sein sollten. Als wir unterwegs waren, bekamen wir allerdings von Karen eine SMS, die uns mitgeteilt hat, dass ein Freund von ihnen aktuell Helfer braucht, und der lebt mitten in Auckland. Wir sagten zu und bekamen bald darauf einen Anruf von ihm. Wir sollten wenn möglich schon am nächsten Tag bei ihm sein, was perfekt für uns war, denn unsere Vorräte, Kleidung und Akkus waren aufgebraucht. Perfekt für uns!

Der nächste morgen führte uns dann noch in die Waipu Caves, welche noch ein Stück größer und imposanter war. Und man konnte sich darin auch besser bewegen, also nahmen wir auch die Kamera und ein Stativ mit, um Fotos von den Glühwürmchen zu machen. Insgesamt sind wir dann über zwei Stunden durch die Höhle geklettert. Und nein liebe Eltern und Großeltern, soooo gefährlich war das gar nicht, ihr braucht euch keine Sorgen zu machen… ;)

Glühwürmchen in der Waipu Cave
Glühwürmchen in der Waipu Cave

Nach den Höhlen haben wir uns dann noch schnell umgezogen und sind weiter zum letzten Punkt auf unserer Reise, dem Kauri-Museum, welches wir auf der Hinreise zeitlich auslassen mussten, aber auf der Rückreise quasi auf dem Weg lag. Das ist ein sehr schönes großes Museum zur Geschichte Neuseelands und dessen Natur. Hauptsächlich ging es dabei nämlich um die riesigen Kauri-Bäume, welche im Verlauf der Geschichte oft als Nutzholz dienten und deren meterdicke Stämme aufwendig gefällt und auf kreativen Wegen in die Ortschaften gebracht wurden. Auch gab es dort viel über die so genannten Gumdigger zu erfahren, welche das Kauri-Harz aus der Erde ausgegraben oder von den vorher eingekerbten Baumstämmen in luftiger Höhe abgeschlagen haben. Das war damals ein wertvoller Rohstoff, bevor chemische Kleber und Kunststoffe entwickelt wurden. Wer also jemals dort ist, sollte unbedingt mal im Museum vorbei schauen.

Wasserfall im Regen auf dem Weg zum Museum
Wasserfall im Regen auf dem Weg zum Museum
Ein Bernstein-Kiwi
Ein Bernstein-Kiwi
Erstaunlich, wie groß Kauri-Bäume werden können!
Erstaunlich, wie groß Kauri-Bäume werden können!

Am Abend des Tages ging es dann also nach einem kurzen Zwischenstop zum Briefe abholen bei Karen und Oliver (die aber gerade unterwegs waren), weiter Richtung Auckland. Wir wohnen jetzt nämlich bei Stan, der eine Wohnung am „Point Chevalier“, nordwestlich der Innenstadt, quasi direkt am Wasser, hat. Dieser hat nämlich für einen Monat seinen Führerschein verloren und sucht jemanden, der ihn täglich zur Arbeit fährt. Wenn man nicht gerade in der Innenstadt wohnt, sieht es mit dem öffentlichen Verkehrsnetz auch etwas dürftig aus und auch ein Taxi würde ihn viel Geld am Tag kosten.

So wohnen wir nun für eine Weile bei ihm in unserem eigenen Zimmer und haben eigentlich nichts weiter zu tun als ihn morgens zur Arbeit zu fahren und abends wieder abzuholen. Tagsüber haben wir die Wohnung für uns und können natürlich auch von dort aus die Stadt und Umgebung erkunden. Noch dazu bekommen wir von ihm Essengeld ausgezahlt und versorgen uns daher selber. Praktisch, denn wir verbrauchen so weit weniger als das Geld, was er uns gibt. So können wir gleich noch etwas für die Reise ansparen.

Nun können wir also erstmal etwas entspannen, die nähere Umgebung kennenlernen und auch die weitere Reise in Ruhe planen, um dann irgendwann weiter zu ziehen.

Sep22

Es läuft nicht alles rund…

… und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn unser Moby bereitete uns eines morgens eine unangenehme Überraschung. Doch dazu gleich mehr… (Ja, ich weiß, wie man die Spannung aufrecht erhält)

Nach unserem tollen Ausflug ans Cape Reinga wollten wir wieder zurück in Richtung Süden. Eine empfohlene Attraktion hier sind die Sanddünen, auf denen man runtersurfen kann. So etwas hatten wir beide auch schonmal in Texas gemacht, wo ich mir damals einen schrecklichen Sonnenbrand zugezogen habe. Also wollten wir dort dieses Jahr auch gern wieder hin. Irgendwo entlang der Straße gab es auch ein Schild zu den Sanddünen, aber es hieß, dass es da mehrere Plätze gibt. Und wir wussten, dass ein sehr schöner Ort dafür in Te Hapua sein soll. Da der Handyempfang da oben sehr zu wünschen übrig ließ, versuchten wir, nur über die Schilder dort hin zu finden. Der Haken war, dass es nach Te Hapua nur über eine lange Schotterpiste ging. Echt anstrengend! Irgendwann kamen wir dann auch in einem verschlafenen Dörfchen an, am Ende vom Nirgendwo, wo sich Fuchs und Hase schon lange gute Nacht gesagt haben. Dort war so wenig los, dass die Leute ihre Pferde nichtmal eingesperrt hielten, sondern diese einfach direkt an der Straße grasten oder herumlagen. Frei nach dem Motto: Wo sollen die schon hinlaufen?

Wer braucht schon Zäune?
Wer braucht schon Zäune?

Leider war dort weit und breit auch kein Schild zu den Sanddünen zu sehen und auch niemanden, den wir fragen könnten… Nach einigem hin und her sind wir dann wieder zurück zur Hauptstraße, wollten dann aber auch nicht nochmal ein Stück zurück fahren zu den anderen Dünen. Was soll’s, wir kannten sowas ja schon aus den USA — damit haben wir zumindest unser Gewissen beruhigt… Dafür ging es dann weiter nach Süden noch einmal auf einen Abstecher zu einem kleinen Strand, dem Rarawa Beach, mit richtig feinem weißen Sand. Das sah echt klasse aus. So haben wir dort prompt eine kleine Mittagspause eingelegt.

Auf dem Weg zurück haben wir dann noch einmal in Kaitaia gestoppt und noch ein paar Sachen eingekauft. Es gab dort gerade Gaskartuschen zum Aktionspreis, etwas, das Camper immer brauchen :) Das Regal war auch fast leer, aber wir konnten uns noch mit 8 Gaskartuschen eindecken. Das reicht erstmal ne Weile. Geschlafen haben wir dann am Abend auf der Karikari Halbinsel, wo wir quasi allein waren auf dem Campingplatz. Im Sommer wirds dort allerdings sicher sehr voll sein, da der Strand und die Bucht einfach atemberaubend schön sind. Am nächsten Morgen haben wir dann noch eine gemütliche mehrstündige Strandwanderung gemacht.

Gewaltig großer Baum am Strand...
Gewaltig großer Baum am Strand…
Wer hat die da wohl hingebracht?
Wer hat die da wohl hingebracht?
Ise kriegt einfach alles kaputt... :D
Ise kriegt einfach alles kaputt… :D

Danach ging es langsam mit dem Auto weiter zu einer klaren Empfehlung für NZ, die jeder einmal machen sollte: Fish and Chips essen im Mangonui Fish Shop. Super lecker! Und das sagen wir nicht nur, weil es bei uns sonst nur Haferbrei und anderes vom Gaskocher gab…

Einfach nur lecker...
Einfach nur lecker…
... und das mit toller Aussicht!
… und das mit toller Aussicht!

Nach der Stärkung ging es dann weiter zum St. Paul’s Rock auf die nächste kleine Wanderung. Die war dann doch schon etwas anstrengender, weil es ziemlich steil nach oben ging und man das letzte Stück dann an einer Kette entlang den Felsen hochklettern musste. Aber jeder Schweißtropfen hat sich gelohnt, denn wir hatten eine tolle Aussicht über die gesamte Bucht.

Da wollten wir hoch!
Da wollten wir hoch!
Selbst vom Weg aus war die Sicht schon klasse
Selbst vom Weg aus war die Sicht schon klasse
Die Gipfelstürmer
Die Gipfelstürmer
Ganz oben!
Ganz oben!
Einfach nur traumhaft die Aussicht auf die Bay of Islands
Einfach nur traumhaft die Aussicht auf die Bay of Islands

Ganz in der Nähe gab es dann auch einen Campingplatz, für den wir gern bezahlt haben. Denn anders als bei den üblichen Campingplätzen gab es dort warme Duschen, eine Küche und Strom. Ihr glaubt gar nicht, was für ein Luxus sowas ist, wenn man sonst nur kalt duschen konnte. So konnten wir uns in der Küche was leckeres kochen, unsere Wasserreserven auffüllen und alle technischen Geräte aufladen. Das kam echt mal gelegen.

Der nächste Morgen führte uns dann nach Kerikeri, wo wir zu drei verschiedenen Wasserfällen gewandert sind. Das war insgesamt schon eine ziemliche Wanderung, aber auch eine gute Übung für unsere bevorstehenden Trips. Vorher haben wir dann aber noch kurz in Kaeo angehalten, wo an einem Zaun haufenweise Flip-Flops angebracht waren. Da wir unsere aber noch brauchen, ließen wir sie natürlich nicht da. Die Nacht haben wir dann im Puketi Forest verbracht und wollten am nächsten Morgen weiter zu den Ngawha Hot Pools, wo man sich im warmen Wasser Schlamm aus geothermischen Quellen suhlen kann.

Flip-Flop Zaun in Kaeo
Flip-Flop Zaun in Kaeo
Charlie's Rock Waterfall in Kerikeri
Charlie’s Rock Waterfall in Kerikeri
Rainbow Falls
Rainbow Falls
romantisch?!?
Romantisch?!?
Ein Park zum Verweilen...
Ein Park zum Verweilen…
Hier steht das älteste noch stehende Gebäude Neuseelands
Hier steht das älteste noch stehende Gebäude Neuseelands

Doch dazu kam es leider nicht — und hier komme ich zum Anfang des Artikels zurück — denn unser Moby brachte uns am Morgen eine böse Überraschung. Gerade als wir losgefahren waren und auf dem Feldweg waren, fing das Auto an zu rumpeln und wir bemerkten, dass wir einen Platten hatten. Also haben wir sofort angehalten und die Lage sondiert. Shit!

nicht mehr rund...
nicht mehr rund…
Das hab ich nicht zum ersten mal gemacht...
Das hab ich nicht zum ersten mal gemacht…

Da wir nicht wussten, ob im Wagen selbst ein Wagenheber ist, sondern wir nur das andere Werkzeug gefunden haben, ist Luise schon zum Campingplatz gelaufen und hat von anderen Backpackern ein wenig Werkzeug bekommen. Allerdings konnten wir den Wagenheber dann auch noch finden. Der Reifen war dann auch relativ zügig gewechselt und wir konnten langsam nach Kerikeri weiter fahren. Im Kopf rechneten wir schon unsere Reisekasse durch und hofften, dass die Rechnung nicht allzu teuer wird.

Zum Glück verlief es dann doch ganz gut, denn in der ausgewählten Werkstatt konnten sie den Reifen einfach reparieren statt ihn auszutauschen. Wir haben wohl irgendeinen kleinen spitzen Stein erwischt. Und das Beste: der Spaß hat uns nur 25$, also 14 Euro gekostet. Perfekt! So konnte unsere Reise wenigstens weiter gehen.

Sep15

Nach Norden, wo es wärmer ist …

Da wir hier ja auf der Südhalbkugel sind, ist es natürlich tendenziell auch im Norden wärmer als im Süden, also anders als in Europa. Ist natürlich nicht generell immer so, aber man ist ja doch schon ein paar Breitengrade näher am Äquator. Und da wir ja bereits in der Region sind, lag es für uns nahe, zu allererst den Nordteil Neuseelands zu erkunden. Diese Region nördlich der größten Stadt des Landes, Auckland, wird auch Northland genannt und erstreckt sich bis zur Nordspitze, dem Cape Reinga.

Nachdem Moby also mit allem Nötigen ausgestattet war, fuhren wir los in Richtung Norden. Leider war der erste Reisetag wieder sehr verregnet und wir hatten zu unserem Ziel, einem Campingplatz an den „Kai Iwi Lakes“ einiges an Strecke zurück zu legen. Wir sind auch erst relativ spät zuhause losgefahren. Auf der Hinreise konnten wir dann auch auf einigen schönen Aussichtspunkten Rast machen, wenn gerade mal die Sonne schien. So gab es dann auch das erste Sandwich mit Erdbeermarmelade. Wir wollten eigentlich auch erst in ein Museum, das hätten wir dann aber zeitlich kaum mehr geschafft und wären erst weit nach Einbruch der Dunkelheit am Campingplatz angekommen. Also entschlossen wir uns, den Besuch auf später zu verschieben und auf der Rückfahrt nochmal einen Abstecher dorthin zu machen. Auch ein nahegelegener kleiner Vulkangipfel wird dann erst später besucht, da genau als wir da waren, sich dicke Regenwolken über uns auftürmten.

Kleiner Snack zu Reisebeginn
Kleiner Snack zu Reisebeginn

Nichtsdestotrotz war die Hinfahrt zum ersten Campingplatz ein echt tolles Erlebnis mit einer tollen Aussicht. Die Straße hat sich durch viele kleine Ortschaften geschlängelt und durch grüne Täler mit Farmen und Weiden mit vielen Schafen und Kühen. Insgesamt sehr idyllisch. Und man hat auch gut gemerkt, dass man sich immer mehr von der Großstadt entfernt. An einer Touristeninformation haben wir dann von einer netten Dame auch noch viele Tipps und einige Flyer, Broschüren und Landkarten bekommen.

Erste Pause auf einem Aussichtspunkt
Erste Pause auf einem Aussichtspunkt
Das erste Sandwich aus der Autoküche
Das erste Sandwich aus der Autoküche
Speisen bei toller Aussicht
Speisen bei toller Aussicht
Tolle Sicht auf den Vulkan
Tolle Sicht auf den Vulkan

Wir sind dann über gewundene Straßen auch immer weiter gefahren bis zu unserem Campingplatz. An den Seen gab es auch zwei Stück, jeweils am anderen Ufer. Der erste zu dem wir kamen, war wohl auch der größere und sah sehr schön aus. Dort gab es ein Büro, Toiletten und Duschräume und viele Stellplätze direkt am flachen Sandstrand zum strahlend blauen See. Das Büro war allerdings nicht besetzt und an der Tür stand, dass man einfach campen soll und die Besitzer kommen irgendwann zum Abkassieren. Also haben wir unser Auto abgestellt und sind gleich erstmal zu den Toiletten gegangen. Und Überraschung: sie waren geschlossen! Auch die Duschen wurden gerade noch umgebaut. Hat sich auch sonst niemand dran gestört, denn es war kein Mensch da. Es ist ja auch noch nicht die typische Campingsaison hier, daher waren wir absolut alleine auf dem Campingplatz. Ganz ohne Toiletten und Waschmöglichkeit wollten wir unsere erste Nacht aber eigentlich nicht gleich verbringen. Und für 10$ pro Person und Nacht wollten wir wenigstens das haben.

Kiwis!
Kiwis!

Also entschlossen wir uns kurzerhand, zu dem anderen Campingplatz zu fahren, der war ja nicht weit weg. Dort angekommen waren wir aber auch so ziemlich allein. Lediglich zwei andere Autos parkten erst noch oben an der Straße und sind dann weiter nach hinten in den Campingplatz gefahren, sodass wir sie nicht mehr wieder sahen. Erst am nächsten Morgen, als wir den Platz noch weiter erkundigt haben, sahen wir ihr Zelt und die Autos. Auf dem Platz gab es aber nichtmal ein Büro oder irgendwen, der kassieren sollte. Wir dachten uns, da wird schon wer vorbei kommen. Wenigstens gab es Toiletten und Waschbecken, um dann auch abspülen zu können.

Unser erstes Nachtlager am See
Unser erstes Nachtlager am See

Wir entschlossen uns, dort zu bleiben und parkten Moby auf einer Wiese. Nachdem ein weiterer kurzer Regenschauer vorbei war, kochte ich im Dämmerlicht noch schnell unsere erste Mahlzeit auf dem Gaskocher — Chicken Alfredo Pasta, aber ohne Chicken, das können wir uns hier nicht leisten (und auch nicht ausreichend kühlen). Also letztendlich Penne mit einer Art Käse-Sahne-Sauce. Das war dann auch echt lecker nach dem langen Tag. Gemeinsam bauten wir dann noch unser Reisemobil um und machten es uns unter der warmen Decke gemütlich. Zur Sicherheit natürlich das Auto von innen abgeschlossen, um auch die Nerven etwas zu beruhigen. Gut, ich habe dann noch einige ächzende Schnaube- und Atemgeräusche gemacht wie in einem Horrorfilm, um Luise zu ärgern. Hat ihr gar nicht gefallen. Ich frag mich wieso. Ich fands jedenfalls lustig…

mobile Gourmet-Küche
mobile Gourmet-Küche
Lunchboxen vorbereiten
Lunchboxen vorbereiten
Ein echt schöner See!
Ein echt schöner See!

Die Nacht war dann auch echt bequem und wir konnten ohne Buhmänner, Monster oder wilde Tiere einschlafen. Leider hat es nachts zeitweise stark geregnet und gewindet, sodass wir wach wurden. Insgesamt war es dann aber doch ein recht erholsamer Schlaf. Und da die Reisegötter wohl unsere Pläne mitbekommen haben, war das Wetter am nächsten Tag gleich richtig toll. Sonne pur mit ein paar kleinen süßen Wölkchen. Und so konnten wir am nächsten Morgen dann auch gleich unser Oatmeal, also unseren Haferbrei mit Bananenstückchen, auf den Campingstühlen vor dem Van einnehmen.

Nachdem alles abgewaschen und zusammengepackt war, ging die Reise im Auto dann auch weiter. ZU unserem Glück ist auch niemand zum Kassieren vorbei gekommen, sodass wir die erste Nacht kostenlos campen konnten. 20$ gespart! Und dann ging’s los. Erstes Ziel waren die großen Kauri-Bäume, die auf unserer Route an der Westküste entlang zuerst auf dem Weg lagen. Kauri-Bäume können sehr groß werden und einen gigantischen Stammdurchmesser bekommen. Früher gab es in Neuseeland davon sehr viele, mittlerweile wachsen sie wohl fast nur noch in dieser Region. Früher wurden sie auch oft gefällt und für den Schiffbau verwendet. Auch sind sie in den letzten Jahren stark bedroht, da ein Pilz die Wurzeln angreift und die Bäume sterben lässt. Dieser wird auch durch Touristen stark verbreitet, weswegen man vor Betreten des Waldes seine Schuhe reinigen und desinfizieren muss. Außerdem darf man nur auf den Wegen gehen. Vielerorts sind die Wege schon direkt nur noch aus Holz gebaute Stege, um gar nicht mehr mit dem Waldboden in Kontakt zu kommen.

Aussichtspunkt am Waipoua Forest
Aussichtspunkt am Waipoua Forest
Alle sehr reinlich... selbst wenn man in den Wald geht, muss man sich die Schuhe reiningen... ;)
Alle sehr reinlich… selbst wenn man in den Wald geht, muss man sich die Schuhe reiningen… ;)

Die größten dieser Bäume stehen im Waipoua Forest an der Westküste von Northland. Dort angekommen konnten wir also auf einer kurzen Wanderung die größten der Bäume sehen, darunter die „Four Sisters“, eine Baumgruppe aus vier großen Kauri-Bäumen. den zweitgrößten der Bäume, dessen Namen ich weder aussprechen noch schreiben kann, sowie den allergrößten der Bäume — Tage Mahuta — mit fast 14 Metern Umfang und über 51 Metern Höhe.

Tane Mahuta — "Der Herr des Waldes"
Tane Mahuta — „Der Herr des Waldes“

Nachdem wir diese massiven Bäume besichtigt hatten ging die Reise weiter nach Norden. Die Straßen in dem Gebiet sind sehr gewunden und man ist praktisch nur am Kurven fahren. Da wird einem beinahe übel. Doch wir haben es das Stück noch weiter geschafft bis wir am Waiotemarana Loop Track angekommen sind. Von dort ging es dann über einen schmalen Pfad an den Felsklippen durch den Wald bis wir am gleichnamigen Wasserfall angekommen waren. Wenn man den Weg weiter gehen möchte, muss man allerdings den Wasserfall überqueren. Beim ersten mal haben wir es noch barfuss gemacht, den Rückweg dann in Indiana Jones Manier von Stein zu Stein und Wurzel zu Wurzel springend. Die Anstrengungen haben sich jedenfalls gelohnt, denn die Aussicht auf den Wasserfall war super und auch von oben war der Anblick fantastisch. Weitere Bilder folgen, wenn ich diese dann in Ruhe bearbeiten kann. ;)

Echt kaltes Wasser!
Echt kaltes Wasser!
Ein echt schöner Wasserfall!
Ein echt schöner Wasserfall!
Auch von oben echt schön!
Auch von oben echt schön!
Selfietime
Selfietime

Nachdem wir trockenen Fußes wieder über den Fluss gekommen und zurück am Auto waren, ging die Reise auch gleich weiter. Nur wenige Minuten Fahrzeit entfernt lag nämlich wie wunderschöne Bucht des Hokianga Harbour, wo man entlang der wunderschönen Küste fährt. Wir sind dann gleich noch zu einem Aussichtspunkt dort mit fantastischer Sicht auf die Dünen und das Meer. Es ist erstaunlich, wie nah hier alles zusammen liegt. Da ist man erst im Urwald bei riesigen Bäumen und Wasserfällen, umgeben von Felsen und Farnen und findet sich nur kurze Zeit später direkt an einem wunderschönen Meer wieder.

Hokianga Harbour
Hokianga Harbour
Den Wind genießen...
Den Wind genießen…

Nachdem wir die Sonne und den Ausblick dort noch genossen haben, sind wir weiter zur Fähre von Ravenna. Die war jetzt auch nicht so teuer und wir dachten uns, so bekommen wir eine schöne Aussicht, etwas Entspannung vom Fahren und müssen keinen großen Umweg fahren. Unser Moby konnte so seine „Seemannsbeine“ gut testen. Die Fahrt war echt entspannt und leider viel zu schnell vorbei.

In der Nacht wollten wir dann auf einen kostenlosen DoC-Campingplatz fahren, der wohl auch etwas schwerer zu finden sein sollte. Luise meinte dann, ich soll hier rechts die Einfahrt hoch fahren. Dort ging es steil hoch und war ziemlich eng. Und zur Überraschung war oben ein Tor und viele Schilder, die uns nahelegten, nicht das Privatgelände zu betreten. Leider gab es auch keine Wendemöglichkeit, sodass ich den steilen Weg dann mühselig rückwärts wieder nach unten musste. Da ging einem ganz schön die Pumpe. Den Campingplatz haben wir dann auch noch recht schnell gefunden, allerdings war dort alles sehr „basic“. Es gab zwar eine Toilette, diese war aber durch einen überfluteten Weg nicht zugänglich. Wir sind dann dort auch nur relativ zeitig schlafen gegangen und am nächsten morgen weiter.

Der nächste Tag führte uns erst nach Kaitaia, der letzten etwas größeren Ortschaft vor der Nordspitze. Ansonsten ist hier nämlich nicht viel, nur Farmen, Schafe und Kühe und ab und zu ein winziger Laden. Jedenfalls konnten wir dort noch einmal den Tank auffüllen und etwas einkaufen, bevor es zur Nordspitze geht. Der Weg nach Norden führt nämlich entweder über den Highway 1, oder über den 90 Mile Beach. Trotz des Namens ist der Strand aber eigentlich nur knappe 90 Kilometer und nicht Meilen lang. Und das Beste: Man kann auf dem Strand mit dem Auto fahren. Ein Allradantrieb ist empfehlenswert, aber da ist unser Moby ja mit ausgestattet. So konnten wir dann direkt auf dem Strand entlang fahren, das war schon ein tolles Erlebnis. Am Ufer lagen auch ab und zu ein paar Robben rum, allerdings auch ein paar tote von denen, die angeschwemmt wurden. Naja…

Moby am Strand
Moby am Strand

Nachdem wir ein Stück auf dem Strand und dann weiter auf dem Highway entlang gefahren sind, kamen wir irgendwann auch an der Nordspitze, dem Cape Reinga, an. Wir sind dann aber erstmal zu unserem Campingplatz direkt an einer wunderschönen Bucht gefahren und auch dort geblieben. Kurz ins kalte Meer gesprungen und anschließend geduscht und gekocht. Entspannung pur. Im Verlaufe des Abends kamen auch immer mehr Backpacker-Vans an, manche, die wie unser Moby selbst umgebaut wurden, aber auch viele gemietete Vans mit professioneller Ausstattung. Beispielsweise kam ein großer Mercedes Benz Sprinter angefahren, der schon sehr luxoriös aussah. Kostet allerdings auch etwa 1000 Euro im Monat, wenn man so einen mietet. Zur Nebensaison wohlgemerkt.

Campingplatz in der Buch am Cape Reinga
Campingplatz in der Buch am Cape Reinga

Nachdem wir da gut geschlafen haben und genüsslich gefrühstückt haben, ging es dann auch weiter zum Cape Reinga. Dort kann man schön entlang wandern und den Leuchtturm an der Nordspitze sehen. Außerdem sieht man dort wunderschön, wie die zwei Meere sich treffen und die verschiedenen Wassermassen miteinander verschmelzen und sich vermischen. Ein toller Anblick! Über den Rest der Reise gibts dann bald mehr…

Ausblick mit Blumen
Ausblick mit Blumen
Am Cape Reinga
Am Cape Reinga
Mr. und Mrs. Leuchtturmwärter
Mr. und Mrs. Leuchtturmwärter
Sep15

Unser 5-Sterne do-it-yourself Reisehotel „Moby“

Seitdem wir am Muriwai Beach das Salz der frischen Seeluft schmecken konnten, sind wir vom Reisefieber gepackt. Wir wollten los und auch noch mehr von Neuseeland sehen. Doch bevor wir uns in das Abenteuer stürzen konnten, gab es noch eine Herausforderung zu lösen — wir mussten unseren dicken weißen Wal „Moby“ in ein Luxus-Reisemobil umbauen, denn wir hatten ihn ja noch ohne Modifikationen gekauft. Und da wir im Internet auch schon viele Bilder anderer Campervans gesehen haben, war für uns relativ schnell klar, wie wir das ganze umbauen wollen. Bei vielen Vans nehmen die Backpacker ja die Sitze komplett raus und bauen auf einer Holzkonstruktion eine ebene Fläche für eine große Matratze ein. Zum Ablegen der Sachen bleibt dann lediglich unter dem Bett ein Stauraum, wo man alles reinschrieben muss. Für uns war aber eine andere Bauweise interessanter, bei der die hinterste Sitzreihe drin bleibt und der Raum davor mit einer Ablagekiste und einem klappbaren Tisch ausgestattet wird. Im Kofferraum ist dann auch noch Platz für weitere Sachen oder eine Art Regal, in dem man alles ablegen kann.

Moby hat sogar ein Sonnendach
Moby hat sogar ein Sonnendach

Letzteres wollten wir bauen und dafür braucht man natürlich eins: Holz. Leimholzplatten oder MDF-Platten gibts ja im Baumarkt. Von der Backpackerin, welche uns bereits die vielen Campingsachen gegeben hat, haben wir den Tipp bekommen, ins „Bunnings Warehouse“ zu gehen, wo sie damals für lumpige 5$ haufenweise Abfallholz (Schnittreste und Platten mit leichten Schäden dran) bekommen haben, um damals ihren Van auszubauen. Für uns gab es trotz eines netten Gesprächs mit dem Verkäufer leider keinen solchen Deal, denn er meinte, sie hätten Anweisung, solches Holz nicht mehr zu verschenken oder günstiger zu verkaufen, sondern typisch industrialisierte Welt, zu entsorgen…

Schade, denn dadurch blieb uns nichts anderes übrig als das Holz selbst zu kaufen. Nach einigem rumgucken haben wir aber tragfähige Leimholzplatten gefunden und noch einiges anderes Zubehör wie Scharniere, Winkel, einen Holzbalken und ein paar Holzleisten. Wir waren dann auch erst abends zuhause und haben dann am nächsten Tag fleißig mit den Bauarbeiten begonnen, nachdem unsere anderen Arbeiten abgeschlossen waren. Da wir jetzt ja auch immer schon um 7 Uhr statt um 8 Uhr wach sind, um die Hühner und Esel zu füttern, waren wir auch mittags immer schon mit unseren Arbeiten fertig und hatten somit den ganzen Nachmittag für uns.

Glücklicherweise konnten wir die Werkzeuge von Oliver nutzen, welcher eine Handkreissäge, Akkuschrauber und co besitzt. Allerdings auch nicht sehr viele Werkzeuge, sodass wir manchmal schon gewaltig improvisieren mussten. Welcher Haushalt hat zum Beispiel keinen Winkel parat, um beim Bretter sägen auch immer einen rechten Winkel zu bekommen? Naja, wird hier wohl nicht so oft gebraucht. Glücklicherweise hat es die Maurerkelle dann auch getan und es kam ja auch nicht immer auf den genauen Millimeter an. Dennoch waren wir sehr dankbar, dass wir seine Werkzeuge nutzen durften.

Konzentriert bei der Arbeit
Konzentriert bei der Arbeit

Nachdem wir die mittlere Sitzreihe entfernt hatten, haben wir als erstes haben eine Box mit Deckel gefertigt, welche direkt hinter die Vordersitze passt. Seitlich führt dabei ein Balken zum Kofferraum, der das ganze stützen soll und Halt geben soll für den klappbaren Tisch. Den haben wir dann auch reingesetzt und uns eine Konstruktion einfallen lassen, mit welcher wir den Tisch hoch und runter klappen können, sodass wir einerseits bequem auf den hinteren Sitzen Platz nehmen können und dabei einen kleinen Esstisch vor uns haben, und welchen wir andererseits auch nachts runter klappen können, um eine flache Fläche zu erhalten. Diese ist etwas über 1,60m lang und 1,30m breit und wenn man die Frontsitze noch etwas umklappt sogar noch größer. Klingt nicht viel, ist aber eigentlich sehr bequem, auch da man die Füße zwischen den Sitzen durchstrecken kann. So ist es selbst für mich mit knapp 1,80m recht bequem. Die Konstruktion ist auch recht stabil, hoffen wir zumindest.

Klapptisch, um bequem drinnen sitzen zu können
Klapptisch, um bequem drinnen sitzen zu können

In den Kofferraum haben wir auch noch ein Regal gebastelt, wo die großen Kisten, Gaskocher, Töpfe, Besteck und die Box mit den Lebensmitteln Platz finden. Insgesamt also dann schon einiges an Stauraum für uns. Und das Beste: Am Regal im Kofferraum ist ein klappbarer Tisch angebaut, der sich dann außen auf der Anhängerkupplung abstützt. Darauf hat man dann Platz zum Kochen und Zubereiten des Essens. Perfekt.

Voll ausgestattete Outdoor-Küche
Voll ausgestattete Outdoor-Küche

Wer mitgedacht hat, dem ist sicher eins aufgefallen: Es muss doch ziemlich hart sein! Also kuschelmäßig hart, schließlich ist es eine Holzkonstruktion. Richtig! Was noch fehlt sind eine Matratze sowie warme Bettwäsche oder Schlafsäcke. Da wir ja keine feste Bettkonstruktion eingebaut haben sondern den klappbaren Tisch, sollte die Matratze auch dreigeteilt sein, sodass wir alle Teile dann auf die Box packen können während wir am Tisch sitzen. Da kam also keine richtige Bettmatratze in Frage sondern lediglich eine aus Schaumstoff. Eine derartige Matratze kostet neu allerdings um die 150$ im Warehouse. Wir haben auch überlegt, ob es z.B. Polster für Gartenmöbel tun, welche ja von der Größe passen sollten. Leider gab es da auch nichts passendes für uns. Allerdings haben wir von Karen und Oliver den Tipp bekommen, in Waimauku mal zur Polsterei zu fahren, um vielleicht direkt nur den „Foam“, also den Schaumstoff, zu kaufen. Dort angekommen konnte er uns allerdings auch nur die Adresse seines Zulieferers geben, sodass wir direkt ins Zentrum von Auckland hätten fahren müssen. Und auch dann hätte es uns um die 100$ gekostet, dann auch noch ohne Bezüge. Doch dann die frohe Botschaft — ihm ist eingefallen, dass er noch einige übrig gebliebene Matratzen von einer Essecke oder ähnlichem übrig hatte. Das waren dann 2 lange Polster im Bezug, die auch noch echt gut aussahen. Und das allerbeste: sie waren kostenlos!

Glücklich über unsere geschenkten Matratzen sind wir dann nach Hause und haben auch noch weiter an Moby gebastelt. Die Polster konnten wir gut zuschneiden und Luise konnte sie dank ihrer exzellenten Nähkünste zu drei passenden Polsterkissen verarbeiten. Somit war eine weiche Fläche geschaffen, perfekt zum Schlafen. Von Karen haben wir dann auch noch eine riesige dicke Decke geschenkt bekommen, quasi eine dicke samtige Tagesdecke für ein Doppelbett. Diese war so groß, dass wir sie selbst einmal gefaltet noch auf die Matratzen als Unterlage legen konnten, um wirklich ein bequemes weiches Bett zu bekommen.  Vorher mussten wir allerdings damit noch in einen Waschsalon, um sie in einer großen Maschine zu reinigen, denn sie passte nicht mal in eine normale Waschmaschine.

Im Winterschlussverkauf gabs dann auch noch sehr günstig eine bequeme Bettdecke, ein paar Kissen sowie ein Set Bettwäsche für uns. Und auch an Lebensmitteln konnten wir uns im Pak’n’Save, also einem großen Supermarkt, für unsere ersten Reisetage eindecken. Denn wir hatten schon konkrete Reisepläne: Da Olivers Sohn aus erster Beziehung zu Besuch kommen sollte und auch noch eine andere weitere Hilfskraft dort wohnen sollte, wurde es etwas eng mit dem Platz. Also entschlossen wir uns, die Situation zu entschärfen, indem wir für einige Tage das Nordende von Neuseeland bereisen und etwas vom Land sehen wollten. Rechtzeitig bevor die Familie dann in den Urlaub fährt, kommen wir zurück und passen dann auf das Haus auf.

Und da sind wir nun, es ist abends und wir sitzen in unserem umgebauten Van mitten im Nirgendwo auf einem kostenlosen DoC-Campground (das sind Campingplätze der nationalen Umweltbehörde, welche oft sehr günstig oder kostenlos sind) und schreiben diesen Blogeintrag. Es gibt hier keinerlei Handyempfang und auch auf der Strecke hierher sind uns nur sehr wenige Autos entgegen gekommen. Es gibt hier maximal Kompost-Toiletten. Alles andere haben wir im Auto. Von unseren Erlebnissen auf der Reise bisher und auch von unseren Erlebnissen in einem neuseeländischen Supermarkt berichten wir dann aber noch in einem anderen Beitrag. Ich hab ja auch jetzt genug geschrieben. Bis bald.

Sep09
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Muriwai Beach – ein Ausflug zum Strand

Wenn man mobil ist, sollte man reisen — das ist zumindest unsere Meinung. Und da wir ja nun ein eigenes Auto besitzen, haben wir auch die Möglichkeit, schon einmal etwas von der Umgebung zu sehen. Da wir am Sonntag einen freien Tag hatten, entschlossen wir uns, beide ins Auto zu hüpfen und los zu fahren.

Am Vormittag ging es für uns beide zuerst nach Ranui, ein kleines Dörfchen westlich von Auckland, wo wir zu einem anderen Backpacker-Paar wollten, welche jetzt nach langer Zeit hier wieder los fliegen, um nun in Australien weiter zu reisen und zu arbeiten. Von den beiden haben wir nämlich sehr günstig etliches Camping-Zubehör für unser Reisemobil bekommen, schließlich muss man nicht alles neu kaufen. Sehr praktisch für uns.

Danach ging es dann auch noch weiter in einen großen Baumarkt, um uns für den geplanten Auto-Umbau mit Baumaterialien einzudecken. Doch dazu gibts in einem anderen Beitrag noch mehr Infos…

Das nächste Ziel des Tages war dann der Muriwai Beach. Das ist ein wunderschöner Strand nur einige Kilometer westlich vom Haus unserer Wwoofing-Familie. Wir hatten zwar schon einige Fotos vom Strand online gesehen, aber dort angekommen war es noch umso schöner. Die Endorphine hüpften praktisch durch unseren Körper, sodass selbst der sehr starke Wind egal war. So hielten wir zuerst oben an den Klippen am Straßenrand an, wo eine Art Aussichtspunkt war.

Wundervolle Aussicht
Wundervolle Aussicht
Im Wind stehen...
Im Wind stehen…

Weiter unten, näher am Strand, gab es dann auch einen Parkplatz, auf welchem auch schon ein paar Autos mit Touristen, Backpackern und Einheimischen standen, um die Aussicht zu genießen und auf den Sonnenuntergang zu warten. Dort haben wir dann auch geparkt und sind runter direkt an den Strand. Und das Besondere: am Strand ist der Sand schwarz, da er vulkanischen Ursprungs ist. Dieser hat im Sonnensicht toll geschimmert und die Aussicht war unbeschreiblich. Außerdem konnten wir vom Strand aus auch die große Tölpel-Kolonie sehen, die jedes Jahr an den Felsen brütet. Obwohl die Saison erst los geht, waren dort schon viele Vögel zu sehen.

Sonnenuntergang am Muriwai Beach
Sonnenuntergang am Muriwai Beach

Wir sind dann gemeinsam etwas über den Strand spaziert, haben Fotos gemacht und die Aussicht genossen. Plötzlich hat es ganz kurz angefangen zu regnen und wir mussten in Richtung Auto fliehen und die Kamera schützen. Aber bevor es richtig los ging war die Regenwolke auch schon wieder vorbei. Wir sind danach noch zu einem anderen Parkplatz gefahren, wo dann auch noch mehr los war. Aus der Ferne waren einige Surfer zu sehen, welche die hohen Wellen am Strand ausnutzen wollten. Allerdings ist Schwimmen an dem Strand nicht empfohlen, da es auch starke Unterströmungen gibt.

Vor Ort war auch ein chinesiches Pärchen mit einem Fotografen, welche in den Dünen und am Strand ein Fotoshooting hatten. Die Frau hatte ein langes knallrotes Kleid an, was auf den Fotos sicher super rüber kommt. Ich will mir aber gar nicht vorstellen, wie sie in dem Wind und bei den Temperaturen (ich schätze so 16-17 Grad) gefroren haben muss. Wir haben auch immer versucht, nicht in ihre Fotos zu geraten oder ins Bild zu laufen. Wir haben dann auch noch weitere Fotos von uns machen wollen und hatten die Kamera mit Selbstauslöser dann an den Strand gestellt… und mitten im letzten Bild, im perfekten Moment, rennt uns doch eiskalt dieses Pärchen mit Fotograf mitten ins Bild! Sauerei! Und als sie dann aus dem Bild verschwunden waren, war der Moment vorbei und eine Wolke hat sich vor die Sonne geschoben. Das hat uns schon etwas geärgert… Aber der Frust über das versaute Foto ist dann schnell verflogen, als wir uns den wundervollen Sonnenuntergang angucken konnten. Und ein paar andere Fotos sind ja doch was geworden. Als die Sonne dann weg war, konnten wir beide vollkommen zufrieden nach Hause fahren, etwas essen und letztendlich glücklich ins Bett fallen.

Ein wirklich gelungener Tag… :)

NZ '15
NZ ’15

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Sep07

In eigener Sache: Blog abonnieren!

Mal was anderes für zwischendurch: Ich habe soeben eine Abonnier-Funktion zum Blog hinzugefügt! Wer also in Zukunft keine Einträge verpassen will, kann sich hier im Blog in der Seitenleiste (oder weiter unten in der Mobilansicht) mit Name und Email-Adresse eintragen, um in Zukunft sobald es neue Blogeinträge gibt automatisch eine Email zugesendet zu bekommen! Ihr könnt natürlich auch weiterhin einfach stündlich auf die Seite gehen und schauen, ob es was neues gibt… ;)

Also, eintragen, lesen und kommentieren! Bis zum nächsten mal…

Sep05
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Linksherum – murehskniL

Die erste Woche in Neuseeland ist schon hinter uns — erstaunlich, wie schnell es geht. Aber irgendwie kommt es uns auch schon vor, als wären wir schon länger hier, also bei Karen und Oliver, denn wir sind mittlerweile gut eingebunden und mit allem gut vertraut. Und in dieser ersten Woche war schon einiges los und wir haben viel erlebt. Zwar noch nicht reisetechnisch, aber insgesamt.

Von unserem ersten Eindruck hier haben wir ja bereits berichtet und auch von dem Wetter, welches in den letzten Tagen auch irgendwie unseren Alltag bestimmt hat. Glücklicherweise gab es nicht nur Regen, sondern es wurde zwischenzeitlich auch deutlich besser. So war es zeitweise leicht bewölkt und auch die Sonne hat sich ab und zu blicken lassen. Dann war es auch schon richtig angenehm und wir waren gern draußen. Wenn es dann doch mal geregnet hat, haben wir einfach drinnen beim Saubermachen geholfen und durften uns von der überlegenen Saugkraft eines nagelneuen Dyson-Staubsaugers überzeugen. In den letzten Tagen haben wir uns außerdem regelrecht zu Profis im Zäune anstreichen entwickelt, denn damit haben wir mittlerweile einige Zeit verbracht. Auch unsere grünen Daumen durften wir schon unter Beweis stellen und etliche Osterglocken ausgraben und an anderer Stelle wieder einpflanzen.

Professionell eingekleidet für die Arbeit...
Professionell eingekleidet für die Arbeit…

Und auch sonst haben wir hier schon viele Aufgaben übernommen und sind fest integriert. Wir arbeiten viel mit den Pferden und striegeln diese oder führen sie auf verschiedene Koppeln. Auch das Füttern der Esel gehört zu unseren regelmäßigen Aufgaben. Generell ist die Arbeit hier ganz ok und macht auch Spaß. Und auch das Aufsammeln der Pferdeäpfel klingt schlimmer, als es eigentlich ist. Wenn die Weiden erst einmal sauber sind, dauert das auch normalerweise nur einige Minuten am Tag. Wir können uns meistens auch ziemlich frei einteilen, wann wir was machen. Wenn die Arbeit erledigt ist, hat man auch viel Zeit für anderes.

Persönliche Hauptaufgabe für uns in den ersten Tagen war natürlich, für unsere Unabhängigkeit und Mobilität zu sorgen — ein Auto musste her, und nicht irgendeins. Wie viele Backpacker hier planen wir, mit einem eigenen Campervan durch das Land zu reisen, in dem wir dann auch schlafen und wohnen können, wenn wir unterwegs sind. Große Wohnwagen sind natürlich deutlich zu teuer, daher greifen hier viele Leute zu den größeren Vans von Toyota oder Nissan. Diese bieten viel Platz hinten und bieten bei umgeklappten Sitzen auch eine gute Liegefläche. Oder besser noch, man baut die Sitze aus und modifiziert den Van so, dass er einem kompletten kleinen Wohnmobil ähnelt. Das schafft zusätzlichen Raum für alle möglichen Utensilien und erhöht den Komfort ungemein.

Auf den verschiedenen Automärkten der Region werden auch immer wieder solche Vans angeboten, von Autohändlern oder von Backpackern, die das Land verlassen und ihr Reisemobil abgeben möchten. Für uns hat sich allerdings noch eine andere Möglichkeit ergeben: Pat und Diana, zwei Freunde der Familie, beide Rentner Ende 70, wollten ihren alten Toyota Estima verkaufen, welchen sie für ihre Firma als Kundentaxi verwendet hatten. Das war perfekt und so konnten wir das Auto dann auch bald besichtigen. Zwar sind wir keine Autoprofis, doch verloren waren wir natürlich nicht. So wurde das Auto gründlich unter die Lupe genommen und inspiziert. Danach ging es auf zur Probefahrt. Das erste mal Linksverkehr… das kann was werden! Zum Glück war es ein Automatikgetriebe, so mussten ich glücklicherweise nicht auch noch mit der linken Hand schalten. Allerdings ist der Blinkhebel an der rechten Seite, also habe ich immer versucht, mich daran zu erinnern, jetzt nicht die Scheibenwischer anzumachen, sondern den Blinker zu setzen. Doch alles lief super. Und das Auto rennt wie eine eins! Es hat dann auch gleich noch frisch einen WoF (das Gegenstück zum deutschen TÜV) bekommen, noch ein Zeichen, das es in Ordnung ist. Und wir sind bisher auch sehr zufrieden damit. Denn die beiden haben sich gut darum gekümmert und das Auto immer gut gepflegt. Besser als die meisten Backpacker-Vans, welche von einem Reisenden an den nächsten verkauft werden und nur notdürftig repariert werden und normalerweise auch deutlich mehr km auf dem Tacho haben. Und so haben wir diese Chance dann genutzt und zugeschlagen, denn der Preis lag auch in unseren Vorstellungen und wir konnten auch noch etwas handeln. Und voilà — jetzt sind wir beide die stolzen Besitzer eines weißen Toyota Estima. Hoffen wir also, dass der Wagen heile bleibt und uns das ganze Jahr über keinen Kummer bereitet. Und weil er so weiß und riesig ist, hört er auf den Namen „Moby“…

Moby und seine neuen Besitzer
Moby und seine neuen Besitzer

Somit ist der wichtigste Schritt für unsere Mobilität geschafft und wir können nun deutlich mehr erkunden und reisen. So ging es heute auch schon einmal los ins Einkaufszentrum nach Westgate, wo wir einige nötige Utensilien für unser Reisemobil kaufen konnten, um darin dann auch unterwegs wohnen zu können.  Das war auch schon eine etwas längere Fahrt auf der linken Seite. Und obwohl Luise meistens das Orientierungsvermögen einer Scheibe Toast hat, konnte sie uns doch gut durch den Verkehr lotsen. Sofern das Wetter am Sonntag mitspielt, geht es dann auch mal an den Muriwai Beach, einen Strand hier ganz in der Nähe mit schwarzem Sand. Von dort gibts dann sicher auch Fotos!

Und auch wenn wir bisher noch nicht so viel auf Reisen gehen konnten, ist hier auch immer viel los. So haben wir Karen zu ihrer Reitstunde begleitet und währenddessen „Cherub“ etwas über die Weide geführt, weil sie aktuell nicht geritten werden kann. Außerdem konnten wir die Jungs zum Fußballtraining begleiten und dann eine gemütliche Runde mit Elvis, einem der beiden Hunde, drehen.

In den Abenden waren wir auch öfter allein und durften uns um das Abendessen für uns und die beiden Kinder kümmern, so durfte ich an einem Abend leckere Burger nach Kiwi-Art machen mit selbstgemachten Pommes. Very delicious!

Leckere Burger nach Kiwi-Art!
Leckere Burger nach Kiwi-Art!

In Neuseeland packen viele Leute übrigens gern ein gebratenes Ei auf ihren Burger sowie einige Scheiben rote Beete. Beim Ei haben wir mitgemacht, die roote Beete gabs aber dann doch nur nebenbei. Für den heutigen Abend standen Lamm- und Rindswürstchen vom Grill auf dem Speiseplan, die ich auch zubereiten durfte… Aber naja… Ich warte noch einige weitere Würstchen ab, bevor ich mir ein entgültiges Urteil erlaube. Dennoch: Wir vermissen gute deutsche Bratwürstchen! :D

Sep01

Viele Tiere machen viel Mist!

Dung, Mist, Kötteln, Häufchen, Kot — im Grunde alles Scheiße! Und damit kennen wir uns jetzt richtig aus! Ihr denkt euch jetzt sicher, was für ein komischer Einstieg für einen Blogeintrag das wohl ist. Stimmt auch. Darum lasst mich erstmal noch ein kleines Stückchen zurück gehen…

Wie im letzten Beitrag ja beschrieben, sind wir mit dem Bus nach Westgate gefahren, um dort von unserer Gastfamilie (Woofing Familie) abgeholt zu werden. Und da geht die Geschichte weiter. Wir wohnen jetzt bei Karen und Oliver auf ihrem großen Grundstück in der Nähe von Waimauku, das liegt etwas westlich von Auckland. Und wenn ich sage groß, dann wirklich groß! Das Grundstück ist etwa 3ha groß mit einem sehr großen Haus und allem, was man sich sonst noch so vorstellen kann. Die beiden sind in der Grundstücksplanung aktiv und es geht beiden offensichtlich sehr gut. Beide arbeiten von zuhause, weswegen sie wohl auch die Möglichkeit haben, so ein großes Grundstück zu bewirtschaften und auch noch freiwillige Helfer aufzunehmen und zu beherbergen.

Als wir abends ankamen, war es schon recht dunkel, daher konnten wir vom Grundstück kaum etwas sehen, aber am nächsten Tag war es dann besser. Denn Karen und Oliver haben mehrere Pferde, zwei Ponys, zwei Esel, ein Alpaka, vier Katzen, zwei Hunde, Hühner, Enten, Schafe, Ziegen, ein Emu und sogar zwei Pfauen, die hier über das Gelände spazieren. Die Tiere sind hier auf verschiedene Koppeln und Weiden verteilt oder laufen teilweise komplett frei rum. Außerdem haben sie zwei Kinder, die hier am Sonntag früh mit ihren Freunden auch schon aktiv waren und mit ihren Mini-Motorrädern durch den großen Garten gefahren sind. Die dadurch erzeugten Spuren wären für die meisten Gärten in Deutschland undenkbar ;), aber Karen scheint bei allem sehr gelassen zu sein, auch wenn die Jungs dann dreckig ins Haus kommen. Generell sind hier alle sehr gelassen!

Einer der Familien-Pfauen
Einer der Familien-Pfauen

Mit dem nächsten Tag kam aber leider auch der Regen. Die sonnigen Tage hatten wir wohl verpasst, und seit wir da sind hat es nun jeden Tag geregnet. Zwar nicht immer durchgängig, aber doch schon die meiste Zeit. Die Böden sind mittlerweile sehr weich und matschig und man geht eigentlich nur mit Gummistiefeln raus. Wir dachten, es kann jetzt ja nur besser werden, aber in diesem Augenblick (es ist gerade 7:30 morgens) hat sich zu dem Regen auch noch ein unangenehmer Wind gesellt… yeah!

Nach dem Frühstück am Sonntag ging es dann für uns auch los nach draußen. Wir bekamen Gummistiefel und gingen zusammen mit Karen ein wenig durch das Gelände. Sie zeigte uns die wichtigsten Plätze, stellte uns den Pferden und Eseln vor und zeigte uns auch einige der Aufgaben, die wir übernehmen sollen. Der Grundgedanke ist ja, dass wir ihnen für einige Stunden am Tag helfen und dafür mit Kost und Logis entlohnt werden. Und darüber können wir uns nicht beschweren, denn es gibt leckeres Essen und wir haben ein sehr schönes Zimmer mit eigenem Bad dran. So lässt es sich die ersten Tage gut überstehen, bis wir zur nächsten Familie ziehen oder woanders hin reisen.

Wir dürfen ihnen also in allen möglichen Bereichen helfen, so sollen wir beispielsweise die Esel und Hühner füttern, (bei besserem Wetter) dann auch im Garten etwas helfen, ein wenig fegen, im Haus etwas putzen und uns auch um die Tiere kümmern. So konnten wir bereits eines der Ponys striegeln. Und nun kommen wir zurück zum Start: Scheiße! Denn das ist auch eine unserer Aufgaben. Bewaffnet mit Handschuhen und Eimern ging es raus auf die Koppel, um dort die Pferdehaufen aufzusammeln und am Rand an die Bäume als Dünger zu kippen. Klingt eklig, ist aber an sich nicht schlimm, da die Pferde fast nur Gras fressen und die Haufen eigentlich kaum riechen. Und es ist notwendig, um zu verhindern, dass das Gras übersäuert und die Tiere es dann nicht mehr fressen.

An sich ist diese Arbeit ganz ok, man macht es ja auch nicht den ganzen Tag. Was nur stört, ist, dass sich zu dem Pferdemist auch noch die Eselhäufchen gesellen, die ihr Tagwerk in kleinen Haufen breiter verteilen. Und was noch schlimmer war: Winston, der Hund, hat vor unseren Augen auch gleich noch ein kleines Begrüßungsgeschenk auf die Weide gesetzt. Wir können nun also getrost schon eine kleine Rangliste der verschiedenen Sorten an Stoffwechselendprodukten aufstellen — und Hundekot landet definitiv ganz hinten auf der Liste!

So durften wir am ersten Tag einige Zeit damit verbringen, eine der Koppeln vom Unrat zu bereinigen. Noch dazu fing es mitten drin an zu regnen. Luise meinte dann auch, dass wenn man sich die Koppel zum Aufsammeln aufteilt und jeder dann irgendwo „in der Scheiße hockt“, man auch mal gut in sich gehen kann und über das Leben nachdenken kann :D

Am nächsten Tag ging es dann im Regen auch nochmal nach draußen und wir haben zusammen mit Karen und Oliver eine Tour durch das ganze Gelände gemacht, denn man sieht vom Haus aus ja auch nicht alles. So lernten wir den Rest der Tiere kennen und konnten viele tolle Aussichtspunkte sehen. Ich hoffe, dass ich bei besserem Wetter dann von dort auch einige tolle Fotos machen kann.

Nachdem wir dann die Runde beendet hatten und schon recht durchnässt waren, ging es gleich weiter. Denn einige der Schafe, die zeitweise bei Freunden untergebracht waren, waren ausgebüchst und liefen über die Straße. Also ging es zu viert im Auto dort hin und wir durften im strömenden Regen über die durchnässten Wiesen laufen und als menschliche Schäferhunde die Schafe zusammentreiben. Das war ein ziemliches Abenteuer und hinterher waren wir bis auf die Unterwäsche durchnässt.

Zuhause konnten wir uns dann erstmal aufwärmen und haben dann noch etwas im Haus sauber gemacht. Außerdem ging es nochmal in die Stadt, wo wir unsere Steuernummer beantragen und ein Bankkonto eröffnen wollten. Wenigstens in solchen Sachen unterscheidet sich Neuseeland nicht von Deutschland — unnötige Bürokratie gibt es auch hier! Denn wir können das Bankkonto erst bekommen, wenn wir ein offizielles Dokument vorweisen können, dass wir an der angegebenen Adresse leben. Wir müssen nun also warten, bis unsere Steuernummer dort ankommt, bevor wir das Bankkonto eröffnen können. Dass die Adresse dort aber eigentlich nicht permanent ist, ist denen dann wiederum egal…

Als die Kinder von der Schule nach Hause kamen dauerte es dann auch nicht mehr lange, bis unsere Putzfortschritte wieder zunichte gemacht wurden… So entspannten wir noch etwas und fielen irgendwann erschöpft ins Bett.

Wir sind gespannt, was die nächsten Tage bringen. Das Wetter soll ja besser werden und wir hoffen, dass wir dann auch mehr draußen spazieren gehen können und noch mehr von der Umgebung sehen. Fotos von draußen haben wir aufgrund des andauernden Regens bisher nämlich noch nicht wirklich gemacht…